Tipps: Kaminofen richtig befeuern

Lesermeinungen:  

(4)

Heizen wie zu Omas Zeiten hat sich wegen steigender Öl-, Gas- und Strompreise wieder eingebürgert. Eben noch vom Komfort automatischer Zentralheizungen verwöhnt, schwenken wir neuerdings unverdrossen den Aschekasten, nachdem ein Kaminofen romantische Empfindungen in uns geweckt hat.

Feuerholz gibt es in Deutschland offenbar reichlich – wenngleich zu gestiegenen Preisen – und auch der Handel glänzt mit einem stattlichen Angebot an Kaminöfen. Heizen kann also zum  heimeligen Vergnügen werden, sofern man einige Tücken des Brennstoffes Holz beachtet.

Geeignetes Feuerholz

Holz wird in verschiedenen Formen angeboten: darunter fallen Presslinge aus groben Schnitzeln oder feinen Spänen – auch Holzbriketts genannt -, aber auch Reisig, trockene Zapfen, Holzstücke mit Rinde und die bekannten Scheite. Lose Hackschnitzel und Pellets eignen sich nur für spezielle Anlagen, nicht für die herkömmlichen Kaminöfen. Die BImSchV (Bundes-Immissionsschutzverordnung) schreibt vor, dass es sich in jedem Fall um naturbelassenes Holz handeln muss. In „privat betriebenen Kleinfeuerstätten“, so der Gesetzgeber (der damit auch Kaminöfen meint),  dürfen also Möbelspanplatten, lackierte Bretter, Faserplatten oder chemisch behandelte Hölzer ausdrücklich nicht verbrannt werden.

Reif für den Kaminofen

Frisch geschlagene Stämme - also Grünholz -  eignen sich auch nach dem Hacken noch nicht zum Heizen. Man muss folglich abgelagertes Holz kaufen oder auf seinem Grundstück über ein überdachtes Plätzchen verfügen, an dem waldfrische Kloben ruhen können. Bereits fertig gehackte Scheite brauchen zwar mehr Platz, trocknen aber besser. Generell gilt: Je härter das Holz, desto länger seine Trocknungszeit: Birke, Pappel, Weide, Linde und die meisten Nadelhölzer (Weichhölzer) brauchen mindestens zwölf Monate, Obstbäume und Harthölzer wie Buche, Esche und Eibe wenigstens 24 Monate; Robinie (falsche Akazie) und Eiche sogar 36 Monate, bis sie trocken genug sind. 

In rundum windumspülten Außenlagern trocknet Holz innerhalb dieser Fristen auf die notwendige Restfeuchte von unter 20 Prozent. Schneller geht es nur in durchlüfteten, warmen Innenräumen. Mit einem Kilogramm Holz lassen sich dann vier bis fünf Kilowattstunden Energie erzeugen. Wer seine Vorräte zu früh anzapft, riskiert eine unvollständige Verbrennung; sie führt zu Feinstaub, mehr Ruß und Teer in den Abgasen. Außerdem riskiert man einen deutlich niedrigeren Heizwert, denn das enthaltene Wasser schluckt beim Verdampfen einen guten Teil der gewonnenen Wärme.

Maßhalten hilft

Am besten geeignet für den modernen Kaminofen sind Rundhölzer, also zugeschnittene armdicke Äste, oder Scheite aus gehackten Baumscheiben. Beide sollten etwa 20 bis 30 cm lang sein. Bei diesen Maßen passt das Feuerholz gut in die meisten Brennkammern. Dort sollte es nicht viel mehr als die Hälfte bis maximal zwei Drittel der Höhe einnehmen, denn Holz möchte „mit langer Flamme“ brennen. Da ein Kaminofen heute üblicherweise über ein Sichtfenster aus Glas verfügt, lässt sich das leicht überprüfen: bei ausreichender Luftzufuhr stehen über den Scheiten langsam züngelnde, im Kern gelbe, längliche Flammen aus verbrennendem Gas.

Entstehen schwebende Rußpartikel, beschlägt sich die Kaminscheibe, schwärzt sich die Schamotteauskleidung, dann glimmt das Holz nur und es entsteht viel Rauch, weil es an Sauerstoff fehlt. Man spricht von einem umweltbelastenden Schwelbrand. Holz hat den Nachteil, schnell zu verbrennen; für den so genannten Schwachlastbetrieb eines Ofens – langsamer Abbrand bei niedriger Flamme – ist es leider nicht geeignet. Auch Hartholz hilft da wenig. Wer lange Heizzeiten will, muss überprüfen, ob sein Ofen für Dauerbrand geeignet ist, um dann Kohle aufzulegen. Ohnehin heißt es beim Heizen mit Holz: Öfter mal kleinere Mengen nachlegen.

Feuer und Flamme sein

Ein Kaminofen ist nach Bauart und Regeltechnik eine „Holzfeuerungsanlage“. Bei ihnen kommt es insbesondere auf die Luftzufuhr an. Der Betreiber eines Kaminofens kann dessen Eigenheit besser verstehen, wenn er die drei Phasen der Holzverbrennung kennt:

  1. Erwärmung und Trocknung bei etwa 100 Grad; die Scheite entzünden sich langsam, das Restwasser im Holz verdunstet;
  2. Entgasung (Pyrolyse) bei 100bis 300 Grad; Austritt und Verbrennung heizender Gase, eintretende Verkohlung des Holzes;
  3. Verbrennung der verbliebenen Holzkohle bei 300 bis 500 Grad.

Diese Vorgänge treten meist nebeneinander auf. Bei optimalem Abbrand bleibt leichte, hellgraue bis weiße Asche zurück. Höherwertige Kaminöfen verfügen meist über eine Primär- und Sekundärluftautomatik, zumindest über einen Regler mit dem man nach der Anheizphase die benötigte Luftmenge einstellen kann. Öffnet man dann allerdings die Feuerraumtür, um nachzulegen, kann es passieren, dass es herausraucht. Das ist weder ein Heizfehler, noch ein Defekt des Ofens – man muss lediglich die Luftzufuhr kurz einschränken; nach dem Auflegen kann der Regler wieder aufgedreht werden.


Ihre Meinung zählt

(4)
3.5 von 5 Sternen
5 Sterne
 
1
4 Sterne
 
1
3 Sterne
 
1
2 Sterne
 
1
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Kamine & Öfen
Neuen Kommentar schreiben

2 Kommentare

Kaminfeuer-Teufelchen am 07.03.2016 11:32

Kaminöfen bringen einfach Stimmung und Atmosphäre ins Haus :)

Wer effektiv heizen möchte kann auch mit wasserführenden Systemen die Heizung seines Hauses stark entlasten und den Umweltschutz unterstützen.

Um Holz effektiv zu nutzen... mehr

auf Kommentar antworten

maria will am 22.01.2014 16:16

Wir sind vor ein paar Monaten in unser Haus gezogen und ich habe schon ewig von einem tollen Kamin im Wohnzimmer geträumt. Wir haben unseren bei Heseler bestellt und sind vollkommen glücklich. Er sieht super edel aus. Das ganze... mehr

auf Kommentar antworten