Ausbau: Viel zu tun für Heimwerker

Vom Rohbau bis zum fertigen Haus steht viel Ausbauarbeit an: Die Fenster müssen eingebaut werden, die Elektronik installiert, Putz muss aufgetragen werden und der Estrich verlegt. Aber auch, wer eine Wohnung kernsaniert oder einfach nur modernisiert, baut aus. Heimwerker können viele dieser Tätigkeiten selbst übernehmen.

Der Rohbau steht. Na dann geht ja jetzt alles schnell. Von wegen. Der vollständige Innenausbau eines Hauses kann drei Monate und länger dauern. Die einzelnen Aufgaben müssen in einer bestimmten Reihenfolge ausgeführt werden, damit keine unnötige Arbeit entsteht. Wer ein Haus baut, kann viele Arbeiten beim Ausbau des Rohbaus selbst übernehmen. Aber auch, wer eine gebrauchte Immobilie kauft und dieser kernsanieren möchte oder wer einen größeren Umbau plant, steht vor einigen Aufgaben.

Ausbau, Flur, Treppe, Werkzeuge und Materialien stehen herum, Foto: Matthias Bühner / fotolia.com
Es gibt viel zu tun: Wand- und Bodenbeläge fehlen, die Treppe ist nicht ausgebaut und auch die Elektronik ist noch nicht vollständig installiert. Foto: Matthias Bühner / fotolia.com

1. Fenster und Haustür einsetzen

Hat der Rohbau bereits ein Dach, kann durch Fenster- und Türöffnungen dennoch Feuchtigkeit eindringen. Deswegen werden als erstes die Fenster und die Haustür eingesetzt. Dieben, Einbrechern und Vandalen fällt es deutlich schwerer, in das Gebäude einzudringen und Schaden anzurichten, indem sie Wände beschmieren oder Kabel und Werkzeuge klauen.

2. Dämmung anbringen

Bei vielen Materialien oder Bauweisen wird keine Wärmedämmung benötigt, etwa weil bestimmte Fertigbauwände ausreichend gedämmt sind. In einigen Fällen gehört aber ein Wärmedämmverbundsystem zum Konzept und das können Heimwerker selbst anbringen. Dieser Schritt kann aber auch zu einem anderen Zeitpunkt erfolgen.

Zur Dämmung gehört auch die Schalldämmung, die wird allerdings durch den richtigen Estrich erreicht – der allerdings erst später verlegt wird – oder durch möglichst viel Masse zwischen den Räumen. Das Bauwerk an sich leistet hier schon gute Dienste, geschickt platzierte Flure, Bäder oder Schränke tragen ebenfalls etwas bei. Wenn das nicht reicht, sollten Hausbesitzer Schalldämmexperten engagieren.

3. Grobinstallation von Heizung und Elektrik

Ist das Haus verschließbar, können die Heizung und die Elektrik zumindest grob installiert werden. Das heißt, Kabelschächte können gelegt oder Kabel gezogen werden. Bevor die Wand später verschlossen wird, ist es ratsam, die Kabelwege zu dokumentieren. Das geht entweder, indem man Zeichnungen anfertigt und die Abstände der Kabel zu klaren Bezugspunkten wie dem Boden oder einer Kante misst. Noch einfacher geht’s mit dem Fotoapparat. Die Zeichnungen oder Fotografien müssen so beschriftet werden, dass sie sich später klar einer bestimmten Wand zuordnen lassen. Dann weiß der Hausbesitzer immer, wo er bohren kann und wo er besser keine Schraube in die Wand dreht. Auch Teile der Haustechnik müssen jetzt schon vorbereitet oder installiert werden. Dazu gehören die Wasserversorgung, Abflussrohre oder Lüftungsschächte.

Die Elektro- und Heizungsinstallation darf nur der Profi erledigen. Der gestattet es Heimwerkern allerdings manchmal, die Kabel zu ziehen oder zumindest die Leerrohre vorzubereiten.

4. Innenputz auftragen

Nun werden die Wände verputzt und dadurch verschlossen. Der Innenputz ist beispielsweise für eine funktionierende Dämmung wichtig, aber auch zum Schutz der Wände und als Grundlage für Tapeten und Farbanstriche.

Eine Innendämmung wird üblicherweise nicht benötigt, weil neue Gebäude an der Außenwand gedämmt werden oder aus gut dämmendem Material bestehen. Aber wer eine gebrauche Immobilie kernsaniert und dabei auf den Denkmalschutz Rücksicht nehmen muss, braucht sie möglicherweise doch. Jetzt ist ein geeigneter Zeitpunkt, diese anzubringen.

5. Trockenbau und Dachausbau

Wer weitere Wände einziehen will, kann dies per Trockenbauweise tun. Es ist wichtig, den Rohbau zuerst innen zu verputzen, weil der Innenputz an den Kontaktstellen zwischen Mauerwerk und Leichtbauwand reißen kann. Außerdem muss die gesamte Außenwand innen verputzt werden, denn der Putz dient der Wand auch als Schutz. Soll das Dach ausgebaut werden, ist jetzt der richtige Zeitpunkt dazu.

6. Estrich legen

Zwar kann eine Leichtbauwand auch auf dem Estrich gebaut werden. Doch lässt sich nur dann Schallschutz gewährleisten, wenn der Estrich in den Räumen getrennt verlegt wird. Auch wenn im Raum eine Fußbodenheizung verlegt wird, ist es einfacher, wenn die Wand bereits steht. Wenn aber absehbar ist, dass eine Wand wieder entfernt werden soll, kann auch zuerst der Estrich gelegt werden und dann erst die Leichtbauwand aufgebaut werden.

7. Wand gestalten

Jetzt können Heimwerker die Wände gestalten. Grundsätzlich kann auch erst der Bodenbelag rein. Es ist aber ärgerlich, wenn Heimwerker beim tapezieren und streichen gleich den neuen Parkettboden verkratzen und verdrecken. Streichen sie zuerst die Wände, brauchen sie auch den Boden nicht abzukleben und sparen sich viel Arbeit.

8. Bodenbelag verlegen

Es gibt nur einen Grund, zuerst den Boden zu verlegen: Dabei entsteht Dreck, der die Wände einstauben lässt, wenn diese schon fertig sind. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn eine Wohnung kernsaniert wird. Dann ist es sinnvoll, zuerst den Boden zu entfernen, bevor die Wände neu gestaltet werden. Wenn Echtholzparkett verlegt wird, entsteht beim Zusägen möglicherweise viel Staub. Profis kriegen das üblicherweise sauber hin.

9. Feininstallation abschließen

Die Feininstallationen von Heizung und Elektrik, wie die Anschlüsse, Steckdosen und Schalter übernimmt wieder der Profi. Letztendlich gehört zur Feininstallation aber auch die Beleuchtung, und Lampen können Heimwerker auch ganz gut selbst anbringen. Andererseits: Wenn der Elektriker ohnehin da ist, schließt er bestimmt gerne auch die Lampen an. Sicher ist sicher.

Zur Heizungsinstallation gehören auch Kamine und Öfen. Auch diese können jetzt installiert werden.

10. Küche und Bad ausbauen

Insbesondere das Bad ist oftmals Teil der Feininstallationen und der Wand- und Bodenarbeiten. Aber auch die Möbel müssen eingebaut oder aufgestellt werden. Das ist vor allem in der Küche mit größerem Aufwand verbunden. Hier kommen Elektrogeräte hinzu, die zum Teil vom Elektriker angeschlossen werden müssen. Dazu gehört beispielsweise der Herd, der Starkstrom braucht.

11. Treppen und Innentüren einbauen

Erst wenn alle anderen Handwerkerarbeiten abgeschlossen sind, wird die Rohbautreppe ausgebaut. Gibt es keine Rohbautreppe, sondern beispielsweise eine schwebende, muss diese möglicherweise früher eingebaut werden. Die Innentüren können zwar eingesetzt werden, sobald der Bodenbelag fertig ist. Sinnvoll ist das aber nicht und Hand- und Heimwerker können sich ohne Innentüren freier bewegen und müssen nicht vorsichtig sein, diese nicht zu beschädigen.

Heimwerker können viele dieser Arbeiten selbst erledigen – wenn sie wissen wie und wenn sie das richtige Werkzeug haben.

Sanierung und Modernisierung

So schön ein Haus auch ausgebaut ist – irgendwann stehen Sanierungs- oder Modernisierungsarbeiten an: Neue Tapeten, neuer Anstrich, andere Zimmeraufteilung, neue Elektrik, neues Dach. Oder aber Dachrinne, Fenster oder Heizung benötigen eine Reparatur.

Matthias Dittmann

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