Kamine & Öfen: Schwedenofen, Kachelofen und andere Varianten

Draußen pfeift der Wind um die Häuser und peitscht Regentropfen gegen die Fenster. Drinnen prasselt das Kaminfeuer. Eine gemütliche Vorstellung. Früher war eben jener Kamin die einzige Wärmequelle des Hauses – heute ist er oftmals Luxus. Es gibt allerdings auch moderne Energiekonzepte, in denen der Ofen die Rolle der Zentralheizung übernimmt.

 

Die Zeiten, in denen man die Wohnung mithilfe eines Ofens und ein paar Holzscheite aufwärmen musste, sind längst vorbei. Für die einen sind Kaminöfen heutzutage oftmals eher Zierde für gemütliche Stunden. Manch andrer integriert Öfen wiederum in das energetische Konzept des Hauses, um damit die Zentralheizung zu entlasten oder sogar zu ersetzen. Das geht mithilfe eines wasserführenden Ofens. Wer die Gemütlichkeit eines flackernden Feuers im Wohnzimmer nicht missen möchte, aber kein Brennholz lagern will, kann auf alternative Brennstoffe wie Gas oder Bioethanol zurückgreifen.

 

Ein Ofen kann in jeden Einrichtungsstil integriert werden. Dann sorgt er entweder für gemütliche Stunden. Oder bei entsprechender Ausführung auch für warmes Wasser. Foto: Wilm Ihlenfeld / fotolia.com

 

Der Schwedenofen: Gemütlichkeit auch zum Nachrüsten

Der Schwedenofen ist weit verbreitet in deutschen Haushalten. Der Vorteil: Er ist relativ leicht nachrüstbar und kann ausgetauscht werden. Die einzige Voraussetzung ist ein Schornstein, um die Abgase nach draußen ableiten zu können. Mit etwas Aufwand lässt sich dieser Ofen auch im Nachhinein noch einbauen. Schwedenöfen gibt es in unterschiedlichen Größen und mit verschieden hohen Heizleistungen. Dennoch kann man damit üblicherweise lediglich einen einzigen Raum heizen, es sei denn, es gibt spezielle Heizkonzepte wie Warmluftschächte oder der Ofen steht zentral in einem relativ offenen Haus.

 

Der Kachelofen: luxuriöser Wärmespeicher

Der Kachelofen muss bereits beim Bau des Hauses eingeplant werden und kann dann auch nicht ohne Weiteres ausgetauscht oder verändert werden. Die Flammen sind üblicherweise nicht zu sehen. In den Fliesen des Ofens wird die Wärme gespeichert und wirkt wie ein großer Heizkörper im Wohnzimmer. Üblicherweise wird er von der Rückseite aus mit Brennmaterial bestückt. Diese Feueröffnung befindet sich meist in dem dahinter liegenden Raum, also beispielsweise im Treppenhaus oder der Küche. Je nach Bauweise kann man damit auch ein ganzes Stockwerk beheizen.

 

Die Zwischenlösung: Kaminbausätze

Moderne Kaminbausätze ähneln in ihrem Äußeren Kachelöfen, sind aber eher umbaute Schwedenöfen. Genau wie diese können Kaminbausätze auch im Nachhinein noch eingebaut werden, sofern ein Schornstein vorhanden ist. Die Heizkammer wird von vorne bestückt.

 

Der wasserführende Ofen als Heizung

Sowohl Schweden- als auch Kachelöfen können als wasserführende Ofen installiert werden und sind dann an den Wasserkreislauf des Hauses angeschlossen. Brennt der Ofen, beheizt er gleichzeitig das Wasser, dass dann beispielsweise zum Duschen genutzt werden kann. Theoretisch kann der Ofen so auch zur Zentralheizung werden. Die Rohre lassen sich beim Kachelofen und beim Ofenbausatz wunderbar verstecken.

Weil man im Sommer zwar warmes Wasser braucht, aber nicht unbedingt den Ofen befeuern möchte, wird ein wasserführender Ofen oftmals mit Solarthermie verbunden. An kalten Tagen wird geheizt, an warmen Tagen erwärmt die Sonne das Wasser.

 

Immernoch der Standardbrennstoff für Öfen: Scheitholz. Inzwischen gibt es aber viele Alternativen, die sich zum Teil ebenfalls großer Beliebtheit erfreuen. Foto: Patrick Helfrich / fotolia.de

 

Öfen und ihre verschiedenen Brennstoffe: Holz, Gas und Ethanol

Der klassische Brennstoff für Öfen ist Scheitholz. Daneben gibt es aber zahlreiche Alternativen. Folgende Brennstoffe sind möglich:

 

Scheitholz

Für den Ofen zerkleinertes Scheitholz kann man im Baumarkt oder vom Bauern kaufen. Wer Geld sparen möchte und die Arbeit nicht scheut, kann sich an den örtlichen Förster wenden und entweder selbst bestimmte Bäume fällen oder die Reste der professionellen Forstwirtschaft verwerten. Scheitholz muss trocken gelagert werden. Wer nicht ständig nach draußen laufen möchte, um Holz nachlegen zu können, muss zumindest einen Teil seines Vorrats drinnen lagern. Das macht Dreck und auch Insekten fühlen sich zwischen dem Scheitholz wohl.

 

Holzpellets

Ein Pelletofen, der mit Holzpellets oder Holzhackschnitzeln befeuert wird, ist eine moderne und ökologische Alternative zur Gas- oder Ölzentralheizung. Mit Gemütlichkeit hat das dann allerdings nur noch wenig zu tun. Die Pellets werden aus einem riesigen Lager mithilfe einer Förderschnecke zum Ofen transportiert und dort verbrannt. Dafür ist noch nicht einmal ein Sichtfenster notwendig. Ein solcher Ofen steht üblicherweise auch im Keller oder Heizraum und nicht im Wohnzimmer.
Kleinere Pelletöfen können aber auch im Wohnzimmer stehen und manuell mit Pellets befüllt werden – dann auch mit Sichtfenster, um die Flammen beobachten zu können.

 

Bioethanol

Bei der Verbrennung von Bioethanol entsteht wenig Wärme und keine Abgase. Ein solcher Ofen dient in erster Linie der Optik und kommt ohne Schornstein aus. Er kann also überall recht einfach installiert werden und es sind sogar offene Flammen im Wohnzimmer möglich.

 

Gas

Wer ohnehin einen Gasanschluss hat, kann auch einen Gasofen betreiben. Die Heizkraft ist nicht so groß wie beim Holzofen aber größer als beim Bioethanolofen. Genau wie der, benötigt auch ein Gasofen nicht zwangsläufig einen Schornstein und produziert keine Asche.

 

Matthias Dittmann

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