Wärmedämmstoffe - ein Überblick

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Platten, Matten, Schüttungen, Flocken: Die Auswahl an Wärmedämmstoffen ist riesig.

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Ganz gleich, ob es um einen Neubau oder um eine Altbausanierung geht: Das Thema Wärmedämmung ist in aller Munde und ungedämmte Häuser sind passé. Doch darüber, welcher Dämmstoff der Richtige ist, sind sich viele Häuslebauer und Sanierer nicht einig.

Der kleinste Nenner: Ein Dämmstoff muss dämmen. Wie gut er das tut, verrät eine Kennzahl, die Wärmeleitfähigkeitsstufe (WLS). Dabei gilt: Je niedriger der dreistellige Wert, desto besser ist die Dämmung. Polyurethandämmungen haben zum Beispiel WLS ab 024, Steinwolleprodukte oft solche von 037 oder 039. Das bedeutet aber nicht, dass Dämmstoffe mit einem höheren WLS-Wert grundsätzlich schlechter wären als solche mit einem niedrigeren Wert. Vielmehr sorgt bei einem höheren Wert eine dickere Dämmstoffschicht für den gleichen Dämmeffekt.

Organische und anorganische Wärmedämmstoffe

Wärmedämmstoffe können aus anorganischen oder organischen Materialien bestehen. Zu ersteren zählen Stein- oder Glaswolle. Bei den organischen Wärmedämmstoffen unterscheidet man zwischen solchen, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden und solchen, die aus nicht regenerativen Quellen stammen. Wärmedämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind zum Beispiel Holzwolle, Holzfaserdämmstoffe, Zellulosefaser, Flachs oder Schafwolle. Erdölbasiert sind hingegen zum Beispiel Polyurethan oder Styropor.

Wärmedämmstoffe gibt es in Form von Platten, Matten, Schüttungen oder Flocken. Bei einer Fassadendämmung werden zumeist Platten verwendet, die auf die Fassade geklebt und gedübelt werden. Beim Dachausbau können verschiedenste Materialien zum Einsatz kommen. So gibt es hier neben den weit verbreiteten Bahnen aus Steinwolle zum Beispiel auch die Möglichkeit, Dämmstoffe in Hohlräume einzublasen.

Unterschied zwischen Dämmung und Isolierung

Übrigens: Oft herrscht Unklarheit, worin sich die Begriffe Dämmung und Isolierung unterscheiden: Eine Isolierung schottet komplett ab, während eine Dämmung den Durchgang reduziert. Ein Beispiel: Ein Stromkabel wird isoliert. Würde man es lediglich dämmen, müsste man beim Anfassen mit einem, wenn auch abgemilderten Stromschlag rechnen. Aus diesem Grund werden Stromkabel zum Glück isoliert und nicht gedämmt. Häuser hingegen können nur gedämmt werden, eine perfekte Wärmeisolierung ist nur theoretisch, jedoch nicht praktisch möglich: Ein perfektes Vakuum würde die Wärmeübertragung, die ja an Materie gebunden ist, verhindern und damit die Bezeichnung Wärmeisolierung verdienen. Allerdings ist es bisher noch keinem Hersteller gelungen, einen Dämmstoff herzustellen, der aus absolut nichts besteht. Selbst moderne Vakuum-Isolierpaneele bestehen aus mehr als nichts, nämlich aus einem das Vakuum stützenden Kern und einer dichten Hülle. Damit dämmen sie zwar hervorragend, sind aber im eigentlichen Sinne - anders als ihr Name vermuten lässt - noch keine Isolierung.


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