Photovoltaik – Voraussetzungen, Kosten, Förderungen

Dank Photovoltaik wird Sonnenenergie in Strom umgewandelt. Für Hauseigentümer ist die Nutzung des Stroms aus den Solarzellen schon jetzt eine Möglichkeit, umweltfreundlich zu leben und Kosten zu sparen.

 

Die Energie der Sonne kann man nutzen, um Strom zu erzeugen. Das nennt man dann Photovoltaik. Diese Technik ist zu unterscheiden von Solarthermie, die es ermöglicht, mit Sonnenenergie zu heizen. Das beste an der Energie der Sonne: sie ist kostenlos. Und weil auch die Technik mittlerweile recht günstig ist, rentieren sich gut geplante Anlagen üblicherweise innerhalb einiger Jahre. Lediglich die Stromspeicher sind noch relativ teuer.

 

Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Backsteinhauses, Foto: ideeone / iStock
Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach versorgt den Haushalt mit Sonnenstrom. Foto: ideeone / iStock

 

 

Voraussetzungen: So können Hauseigentümer die Kraft der Sonne nutzen

Um mit der Hilfe der Sonne Strom erzeugen zu können, braucht man vor allem eines: einen Sonnigen Ort, an dem man die Photovoltaikmodule aufstellen kann. Hauseigentümer nutzen dafür das Dach. Das ist dann besonders gut geeignet, wenn es in die richtige Himmelsrichtung ausgerichtet ist: nach Süden. Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Dachneigung: Optimal ist ein Neigungsgrad zwischen rund 30 und 35 Grad, der sich bei einem Flachdach aber auch durch Aufständerung erreichen lässt. In beiden Fällen gilt aber, dass sich auch bei stärkeren Abweichungen eine Photovoltaikanlage noch rentieren kann. Der dritte Standortfaktor ist Schattenwurf, etwa durch Bäume oder umgebende Bebauung, der den Ertrag deutlich senken kann.

 

Wann sich eine Photovoltaikanlage rentiert

Photovoltaikanlagen rentieren sich einerseits durch eingesparte Stromkosten im Vergleich zum Strombezug über einen Versorger, andererseits durch die Vergütung, die Eigentümer bei einer Einspeisung des Stroms ins öffentliche Netz kassieren. Für neu installierte Photovoltaikanlagen kassieren ihre Besitzer allerdings deutlich weniger Vergütung als noch vor 10 Jahren. Zwischen April 2012 und September 2018 sank die Vergütung für kleine Anlagen beispielsweise von 19,50 Cent pro Kilowattstunde auf 11,95 Cent – und in Zukunft wird dieser Betrag noch weiter sinken. Gleichzeitig stieg der durchschnittliche Strompreis zwischen 2012 und 2018 von 25,89 Cent pro Kilowattstunde auf 29,42 Cent. Allerdings sind Photovoltaik-Anlagen im Laufe der Jahre auch stetig günstiger geworden, so dass sich die Einspeisung oft immer noch rentiert.

 

Für Privatpersonen ist es also in den meisten Fällen sinnvoller, den selbst produzierten Strom auch selbst zu verbrauchen. Weil der persönliche Verbrauch und die Stromproduktion aber nicht immer übereinstimmen, kann man überschüssigen Strom natürlich dennoch ins Netz einspeisen und zumindest ein bisschen Geld dafür bekommen.

Eine recht junge Alternative ist die Stromverteilung über sogenannte Energiegruppen, beispielsweise mithilfe der Blockchaintechnologie. Das heißt, dass der Strom an ganz bestimmte Empfänger – etwa der Nachbar oder Freunde in einer anderen Stadt – weitergegeben wird. Die Abrechnung läuft über kommerzielle Vermittler, finanziell kann sich das für beide Seiten rentieren.

 

Stromspeicher – ein Akku für den Sonnenstrom

Eine andere Möglichkeit besteht darin, den zu viel produzierten Strom zu speichern, um ihn zu verbrauchen, wenn kein oder zu wenig Strom produziert wird. Um das tun zu können, braucht es allerdings Stromspeicher. Allerdings kann der Strom nur für einen relativen kurzen Zeitraum gespeichert werden. Den Sommerstrom für den Winter zu lagern, ist nicht möglich, lediglich die Nacht lässt sich überbrücken.

 

Amortisation nach 10 bis 20 Jahren möglich

Eine Photovoltaikanlage kann sich innerhalb weniger Jahre amortisieren. Dazu zwei Rechenbeispiele:

  1. Eine Familie betreibt eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 5 Kilowatt und hat dafür etwa 8.000 Euro bezahlt. Im Jahr produziert die Anlage etwa 5.000 Kilowattstunden, was dem Stromverbrauch der Familie entspricht. Der passende Speicher kostet weitere 8.000 Euro. Für die Wartung fallen etwa 150 Euro im Jahr an. Trotz Speicher kann die Familie nur etwa 70 Prozent des produzierten Stroms nutzen und speist den Rest zu 12 ct/kWh ein. Gleichzeitig kann sie auch nur 70 Prozent des eigenen Bedarfs decken und muss den Rest zu 25 ct/kWh dazukaufen. Die Investition rentiert sich nach etwa 18 Jahren.
  2. Die gleiche Anlage ohne Speicher kostet insgesamt statt 16.000 nur 8.000 Euro. Allerdings kann die Familie auch nur etwa 30 Prozent des Stroms selbst verbrauchen, den Rest muss sie dazukaufen. Zwar spart die Familie in diesem Fall monatlich deutlich weniger Geld, aufgrund der niedrigeren Investitionskosten rentiert sich die Anlage aber bereits nach etwa 13 Jahren.
 Photovoltaik mit Speicherohne Speicherkeine Anlage
Investition16.000 €8.000 €-
Betriebskosten150 €150 €-
Stromkosten375 €875 €1.250 €
Einspeisevergütung180 €420 €-
Jährliche Einsparung905 €645 €-
Amortisationnach 18 Jahrennach 13 Jahren-

 

Förderungen

Bei der KfW-Bank kann für die Investition in eine Photovoltaikanlage ein Kredit über die volle Summe beantragt werden. Im Jahr 2018 läuft ein Sonderkredit für Solarspeicher aus, bei dem Kreditnehmer von einem Tilgungszuschuss profitierten können. Abgesehen davon gibt es bestenfalls regionale Förderungen durch Gemeinden oder besondere Solarkreditangebote von Banken, die die Einspeisevergütung als Sicherheit anrechnen.

 

Photovoltaik im Hybridbetrieb

Die allermeisten Photovoltaikanlagen decken den Strombedarf eines Haushalts nicht zu jeder Zeit ab. Trotz Photovoltaikanlage auf dem Dach müssen Hauseigentümer noch Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen. Bei einer Anlage mit Speicher müssen üblicherweise 20 bis 30 Prozent des Stroms dazugekauft werden, bei einer Anlage ohne Speicher sogar 70 bis 80 Prozent, wobei umgekehrt an sonnenreichen Tagen überschüssiger Strom ins Netz eingespeist wird
Von einem Hybridbetrieb spricht man dann, wenn weitere Anlagen zur Strom- oder Wärmeerzeugung genutzt werden. Gängig ist Solarthermie, um die Sonne gleich doppelt für Wärme und Strom nutzen zu können. Ebenfalls sinnvoll ist die Kombination mit einer Wärmepumpe. Denn diese braucht Strom, den die PV-Anlage liefern kann.

Eine Anlage rentiert sich in der Regel umso mehr, je größer sie ist und je höher der Eigenverbrauchsanteil ist. Betreibt man mehrere Anlagen zur Stromerzeugung gleichzeitig, verringert sich die private Auslastung. Eine Anlage so zu dimensionieren, dass kein externer Strom gekauft werden muss und überschüssiger Strom eingespeist wird, lohnt sich nicht aufgrund der Kosten für einen entsprechend groß dimensionierten Speicher und die geringe Einspeisevergütung.

 

Matthias Dittmann

Ihre Meinung zählt

(1)
5 von 5 Sternen
5 Sterne
 
1
4 Sterne
 
0
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Neuen Kommentar schreiben

Alle Artikel zum Thema Photovoltaik