Hybridheizung: Wärme aus mehreren Quellen nutzen

Lesermeinungen:  

(11)

Vielfalt zahlt sich aus: Mit einer Hybridheizung, die mehrere Wärmeerzeuger miteinander kombiniert, können Hausbesitzer steigenden Öl- oder Gaspreisen gelassener entgegen sehen und dabei Umwelt schonen.

Altbaumodernisierung mit Hybridheizung: Ein Kaminofen kann am besten mit einer Erdewärmepumpe kombiniert werden. Institut für Wärme und Öltechnik e. V. Foto: Institut für Wärme und Öltechnik e. V.

Unter einer Hybridheizung versteht man ein Heizsystem, das mehrere Energiequellen für die Wärmerzeugung nutzt; man spricht auch von einem „bivalenten“ oder „multivalenten“ Heizsystem. Meistens ist damit die Kombination einer Öl- oder Gasbrennwertheizung mit erneuerbaren Energieträgern wie Sonne oder Biomasse gemeint. Es sind aber auch Heizsysteme möglich und sinnvoll, die sich aus verschiedenen erneuerbaren Wärmequellen speisen.

Vorteile einer Hybridheizung

Für eine Heizungs-Kombination aus fossilen und erneuerbaren Energieträgern spricht vor allem, dass sie Hausbesitzer unabhängiger von steigenden Öl- und Gaspreisen oder Versorgungsengpässen macht. So lassen sich mit einer Solarthermie-Anlage für Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung in der Übergangszeit bis zu 40 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs mit kostenfreier Sonnenenergie abdecken. Alternativ oder zusätzlich zur Solaranlage kann die konventionelle Heizungsanlage auch durch einen Kaminofen mit Wassertasche ergänzt werden. Das lohnt sich vor allem dort, wo Brennholz vor Ort günstig zu beschaffen ist. Eine Dreierkombination aus Brennwertkessel, Solarkollektoren und Holzofen ist besonders effizient, weil der Ofen im Winter zum Einsatz kommt, wenn der Solarertrag am geringsten ist.

Ölbrennwertheizung, Solarthermieanlage oder Kaminofen erzeugen Wärme, die im großen Kombi-Speicher für Heiz- und Brauchwasser zusammengeführt wird. Foto: Institut für Wärme und Öltechnik e. V. Foto: Institut für Wärme und Öltechnik e. V.

Pufferspeicher und Regelung

Nicht nur die Heizungsbetreiber, sondern auch der Klimaschutz profitiert wegen des geringeren CO2-Austoßes von einer Hybridheizung. Für den Neubau ist deshalb vom Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) vorgeschrieben, dass ein Teil der Wärmeversorgung des Hauses mit erneuerbaren Energien abgedeckt werden muss. Aber auch im Altbau ergänzen viele Hausbesitzer bei einem Heizungsaustausch den neuen Öl- oder Gasbrennwertkessel mit einer weiteren Heizquelle. In jedem Fall gehört zu einem bi- oder multivalenten System ein großer Pufferspeicher, der überschüssige Wärme aus den verschiedenen Quellen aufnehmen und bei Bedarf ans Verteilsystem abgeben kann. Ein elektronischer Systemregler sorgt dafür, dass das Zusammenspiel in der Wärmeversorgung reibungslos funktioniert.

Erneuerbare Energien miteinander kombinieren

Auch wer sich statt für eine Öl- oder Gasheizung von vornherein für erneuerbare Energien – zum Beispiel einen Holzpelletkessel oder einer Wärmepumpe – entscheidet, kann die Heizungsanlage durch Integration eines zweiten regenerativen Energieträgers weiter optimieren. Sinnvoll ist fast immer die Einbindung von Solarkollektoren, es sind aber auch andere Kombinationen wie etwa Wärmepumpe und Kaminofen, möglich. Der Wärmebedarf des Hauses und andere Faktoren, zum Beispiel die Verfügbarkeit von Holz, entscheiden im Einzelfall darüber, ob eine Hybridheizung mit mehreren erneuerbaren Energien auch wirtschaftlich ist.

Hybrid-Heizsysteme im Überblick: Die besten Kombinationen

Primäre Wärmequelle
Öl- /Gas-
Brennwertkessel
Stückholz-kesselHolz-Pellet-kesselLuft-Wärmepumpe (nur bei geringem Wärmebedarf, z.B. im Effizienzhaus)Erd-Wärmepumpe
Ergänzende Wärmequelle
Solarthermie++++++++++++++
Kaminofen mit Wassertasche+++oo+++++
Luft-Wärmepumpe+++++-+
Erd-Wärmepumpe+++++
Stückholzkessel++-++++
Holz-Pelletkessel+++-o+

+++ gut geeignet
++   geeignet
+     möglich, aber hohe Investitionskosten
o     nicht geeignet bzw. überflüssig


Ihre Meinung zählt

(11)
3.1 von 5 Sternen
5 Sterne
 
2
4 Sterne
 
4
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
3
1 Stern
 
2
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

HeizungHeiztechnik
Neuen Kommentar schreiben

2 Kommentare

Redaktion von bauen.de am 17.06.2015 15:14

Lieber Leser,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Bauen.de ist ein Informationsportal für Bauherren, Eigenheimbesitzer oder Heimwerker. Die Artikel entstehen herstellerunabhängig und dienen oftmals einen ersten Information.

Mit... mehr

auf Kommentar antworten

Leser am 07.06.2015 07:48

Auch hier nicht zu übersehen, dass die Autorin über keinerlei Fachausbildung verfügt!

Man könnte vermuten, dass es sich um eine reine Verkaufsveranstaltung pro STA handelt.

auf Kommentar antworten