Nachtspeicherheizung – weiter betreiben oder abschalten?

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Anders als vorgesehen wird die elektrisch betriebene Nachtspeicherheizung doch nicht verboten. Dennoch gibt es gute Gründe, zum Heizen von Strom auf andere Energieträger umzusteigen.

Foto: Demarco / fotolia.com
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Nachtspeicherheizungen sind elektrische Öfen, deren Wärmespeicher nachts mit Strom aufgeheizt wird. Am Tage wird die Wärme dann über thermostatgeregelte Ventilatoren an die Raumluft abgegeben. Lange Zeit waren sie in vielen Haushalten verbreitet und wurden häufig in der Altbaumodernisierung als Ersatz von öl- oder kohlebetriebenen Einzelöfen eingesetzt. Stromversorger, die damit die geringere nächtliche Stromnachfrage ausgleichen konnten, boten für die Nachtspeicherheizung vergünstigte Tarife an.

Ineffiziente Wärmeerzeugung

Das Heizen mit elektrischer Energie hat jedoch entscheidende Nachteile: Bei der Umwandlung von Strom in Wärme sind die Energieverluste sehr hoch. Außerdem belasten Emissionen aus Kraftwerken die Umwelt und fördern die Klimaerwärmung. Aus diesen Gründen galt die Nachtspeicherheizung in den letzten Jahren als nicht mehr zeitgemäß. In der Energieeinsparungsverordnung (EnEV) 2009 war vorgesehen, dass die strombetriebenen Heizgeräte langfristig – mit Übergangsfristen von bis zu 30 Jahren – außer Betrieb genommen werden sollten.

Verbot aufgehoben

Im Mai 2013 jedoch machte der Bundestag den vorgesehenen gesetzlichen Ausstieg rückgängig. Nachtspeicheröfen dürfen nun auch weiterhin auf unbegrenzte Zeit weiter betrieben werden. Damit folgten die Politiker weitgehend dem Argument der Stromversorger, Elektroheizungen könnten sinnvoll eingesetzt werden um überschüssigen Ökostrom zu speichern und eine Überlastung der Stromnetze zu verhindern. Umweltverbände kritisieren die Entscheidung, weil Nachtspeicherheizungen zum großen Teil gar nicht mit Ökostrom betrieben werden und halten sie als Speichermedien für wenig geeignet.

Hohe Kosten

Trotz der Aufhebung des Verbots lohnt sich aber der Wechsel zu einem anderen Energieträger, wenn eine Nachtspeicherheizung ersetzt werden soll. Heizen mit elektrischer Energie wird wegen der steigenden Strompreise immer teurer; nur sehr wenige Stromversorger bieten noch spezielle Nachtstromtarife an, die etwas unter den normalen Haushaltsstromtarifen liegen. Wer eine Wohnung per Nachtspeicherofen beheizt, muss im Vergleich zu einer Gasetagenheizung mit mehr als doppelt so hohen Kosten rechnen.

Alternativen zur Nachspeicherheizung

Grundsätzlich kommen alle Energieträger als Ersatz für die Elektroheizung in Frage. Zu empfehlen sind umweltfreundliche Lösungen wie eine Gasbrennwerttherme, eine Holzpelletheizung oder in sehr gut gedämmten Häusern auch eine Wärmepumpe. In manchen Häusern ist das Umrüsten der Heiztechnologie mit erhöhtem Aufwand verbunden, weil erst Leitungen verlegt und Heizkörper oder Warmwasserspeicher installiert werden müssen. Langfristig zahlen sich die Investitionen aber durch die Heizkostenersparnis wieder aus. Außerdem helfen günstige Förderkredite, zum Beispiel aus dem KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“, bei der Finanzierung der Heizungsumstellung.


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2 Kommentare

Michael am 16.05.2017 19:18

Guten Tag, leider stimmt das mit dem schlechten Wirkungsgrad von Elektroheizungen überhaupt nicht. Im Gegenteil: Elektroheizungen sind sogar die einzigen Heizungen, welche einen Wirkungsgrad von 100 % haben (ab der Steckdose,... mehr

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Redaktion bauen.de am 17.05.2017 12:40

Hallo Michael,

vielen Dank für Ihren Hinweis, tatsächlich ist der Text ungenau, wir werden ihn bei nächster Gelegenheit verbessern.

Herzliche Grüße, die Redaktion von bauen.de

Nostradamus am 05.04.2017 21:58

In Zukunft werden wir alle mit Elektroautos fahren und werden auch mit Strom heizen ,den es wird immer mehr Ökostrom produziert erst recht wenn die Stromtrasse fertig ist und die Windparks im Norden ans Netz gehen. Entweder wird der... mehr

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Frank777 am 10.11.2017 07:39

Die Argumentation mit der E-Mobilität finde ich sehr interessant. Hatte ich so noch nicht gesehen. Danke für den Kommentar!