Heizungsarten – Welche Heizung ist die richtige? Ein Vergleich

Strom, Holzpellets, Gas, Öl: Welche Heizungsart ist die beste? Eine Frage, die sich nicht generell beantworten lässt. Die Kosten für Anschaffung und Unterhalt variieren und nicht überall sind alle Heizungen, beziehungsweise jeder Energieträger verfügbar. Ein sorgfältiger Heizungsvergleich kann sich deshalb lohnen.

Öl braucht einen Tank, Gas eine Leitung, Solar ausreichend Sonne, die Wärmepumpe viel Platz, Holz viel Lagerfläche: Je nach Heizungsart, sind die Bedingungen und Anforderungen an die Immobilie unterschiedlich. Nicht überall lassen sich alle Heizungen einbauen und jede besitzt spezifische Vor- und Nachteile. Eine Entscheidung fällt nicht immer leicht. Folgende Informationen sind dabei unentbehrlich.

Heizungsratgeber: So finden Bauherren die richtige Heizungsanlage

Um die passende Heizung zu finden, sollten sich Bauherren oder Immobilieneigentümer einige Gedanken machen:

  • Jede Heizungsart fordert andere bauliche oder infrastrukturelle Voraussetzungen: Platz für ein Rohstofflager, Anschluss ans Gasnetz, Südausrichtung von Dachflächen und dergleichen. So lassen sich bestimmte Heizungsarten von vorneherein ausschließen.
  • Die Kosten für die Installation einer Heizung lassen sich gut vergleichen, indem sich Immobilienbesitzer Angebote unterschiedlicher Anbieter machen lassen. Bei den Brennstoffkosten kann man die Preisentwicklungen der Vergangenheit miteinander vergleichen.
  • Persönliche Vorlieben und Ansprüche schließen bestimmte Heizungsarten von vorneherein aus. Andere lassen sich bestens ins Heizkonzept integrieren. Ein Holzofen kann beispielsweis bei entsprechender Ausstattung für Warmwasser sorgen. Wer sein Holz selbst hackt, spart Rohstoffkosten. Wird mit Gas geheizt, freuen sich ambitionierte Hobbyköche darüber, dass auch ein Anschluss für einen Gasherd in die Küche gelegt werden kann.

Heizen mit Gas oder Öl: Brennwertheizungen

Heizungen, Heizungsvergleich, Brennwertheizung; Gasbrennwertgerät, Foto: Buderus
Gasbrennwertgerät und Warmwasserspeicher in einem. Fehlt ein Keller oder Hauswirtschaftsraum, lässt sich das Gerät auch in der Küche aufstellen. Foto: Buderus

Seit Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung von 2014 müssen neue Gas- oder Ölheizungen mit einem Brennwertkessel ausgestattet sein. Die Wärme wird durch die Verbrennung von Öl oder Gas gewonnen. Dabei entstehen warme Abgase, die bei der Brennwerttechnik zu Heizzwecken genutzt werden, was den Wirkungsgrad der Anlage erhöht.

Vorteile

  • Alte Heizungen lassen sich durch den Einbau eines Geräts mit neuester Brennwerttechnik relativ günstig modernisieren.
  • Bei Gasanschluss ist kein Tank oder Brennstofflager notwendig.
  • Hoher Wirkungsgrad bei modernen Geräten.

Nachteile

  • Schwankende Rohstoffkosten, insbesondere bei Öl.
  • Fossile Rohstoffe, die allerdings mit recht hohem Wirkungsgrad verfeuert werden.
  • Bei Öl braucht man immer einen Tank.
  • Besteht keine Möglichkeit, das Haus an das Gasnetz anzuschließen, braucht man einen Flüssiggastank. Flüssiggas ist oftmals teurer als Erdgas.

Kosten*

  • Rohstoffpreise schwanken stark. Erdgas kostet oft zwischen vier und sechs Cent pro Kilowattstunde (kWh), Heizöl zwischen 40 und 50 Cent pro Liter. Ein Vier-Personen-Haushalt in einer 150 Quadratmeterwohnung und einem Verbrauch von 18.000 bis 25.000 kWh, zahlt zwischen rund 600 und 1.200 Euro im Jahr.
  • Anschaffungskosten: Für ein hochwertiges Brennwertgerät für ein Einfamilienhaus sind in der Regel zwischen rund 5.000 Euro bis 12.000 Euro einzuplanen. Kosten für die Heiztechnik, Warmwasserspeicher, Gasanschluss samt Installation: oft zwischen 10.000 und über 30.000 Euro. Für den Austausch einer Therme ist mit Kosten zwischen rund 3.000 bis 5.000 Euro zu rechnen. Ein Öltank kostet zwischen 2.000 und 4.000 Euro.

Fazit

Gas- oder Ölheizungen sind weit verbreitet. Die Technik ist ausgereift, moderne Geräte besitzen einen hohen Wirkungsgrad. Wer bereits mit Öl oder Gas heizt, kann das alte Heizgerät relativ günstig gegen ein modernes austauschen. Die Brennwerttechnik kann mit Solarenergie oder wasserführenden Öfen oder beidem kombiniert werden, sodass eine solche Brennwertheizung auch für Menschen mit Nachhaltigkeitsbewusstsein interessant ist. Quasi im Hybridbetrieb wird sie nur dann gebraucht, wenn die Sonne nicht ausreichend scheint oder der Ofen nicht ausreichend lang in Betrieb ist. Dadurch steigen die Investitionskosten, die Heizkosten sinken allerdings.

Mehr Infos zum Heizen mit Öl oder Gas

Pelletheizungen, Hackschnitzelheizungen und Holzvergaser - Heizen mit Holz

Heizungen, heizungsvergleich, Heizen mit Holz, Holzvergaserkessel, Foto: Viessmann
In diesem Holzvergaserkessel lässt sich Scheitholz sehr effizient zum Heizen nutzen. Eine Alternative wäre beispielsweise eine Pelletheizung. Foto: Viessmann

Eine zeitgemäße Möglichkeit, mit Holz zu heizen, ist die Pelletheizung. Sie funktioniert im Prinzip wie eine Öl- oder Gasheizung. Diese Heizung wird allerdings mit Holzpellets befeuert, die der Heizungsanlage automatisch zugeführt und verbrannt werden. Für die Pellets braucht es ein entsprechend großes Lager. Nicht viel anders verhält es sich mit Hackschnitzelheizungen.

Holzscheitvergaser verwenden dagegen klassisches Kaminholz, als Holzscheite. Bei den Geräten handelt es sich aber nicht um Kamine, die man häufig in Wohnzimmern findet. Solche Vergaser wirken von der Optik her eher wie Gas- oder Ölheizungen.

Vorteile

  • Nachwachsender Rohstoff.
  • CO2-freundlich: es wird nur das CO2 freigesetzt, das zuvor gebunden wurde. Allerdings wird auch bei der Verarbeitung und dem Transport von Holz CO2 freigesetzt.
  • Wer selbst Holz schlägt, kann Heizkosten senken. Gilt allerdings nicht für Pelletöfen.
  • Hoher Wirkungsgrad bei Holzpellets.

Nachteile

  • Vorratsfläche für Rohstoffe notwendig.
  • Technik relativ teuer.

Kosten*

  • Kosten für Holzpellets: 600 bis 800 Euro für eine Jahresladung Holzpellets.
  • Anschaffung einer Pelletheizung: zwischen 19.000 und 25.000 Euro.

Fazit

Ein Holzofen ist in gewisser Hinsicht nachhaltig – andererseits würden die Rohstoffquellen stark belastet werden, würde jeder ausschließlich mit Holz heizen. Ein autarker Betrieb ist möglich, dann muss aber alles aufeinander abgestimmt sein, inklusive der Holzquelle. Auf jeden Fall ist Lagerfläche für Pellets oder Scheitholz notwendig.

Mehr Infos zum Heizen mit Holz

Kamine und Öfen

Heizungsarten, Heizung, Kamin, Ofen, Wohnzimmer mit modernem Kaminofen, Foto: Wilm Ihlenfeld / fotolia.de
Moderne Kamine passen bestens zu moderner Architektur. Handelt es sich dabei um Gas- oder Bioethanolkamine, ist ein Lagerplatz für Scheitholz überflüssig. Foto: Wilm Ihlenfeld / fotolia.de

üher war es etwas ganz normales: In der guten Stube oder der Küche stand ein Holzofen und der heizte die Wohnung auf. Doch weil das mit Arbeit verbunden war, Dreck machte und die Technik veraltete, rückte der Ofen als Wärmequelle in den Hintergrund. Inzwischen wurden Holzöfen in allen Belangen weiterentwickelt, dazu kommt der Luxus einer offenen Flamme im Wohnbereich.

Kamine und Öfen lassen sich jedoch auch mit anderen Brennstoffen betreiben, etwa mit Gas oder Bioethanol. Insbesondere Bioethanolkamine sind als alleinige Wärmequelle kaum ausreichend. Dafür wird keine Holzlagerfläche benötigt und das Anschüren funktioniert auf Knopfdruck. Während der klassische Holzofen oftmals eher rustikal wirkt, lassen sich Gas- oder Bioethanolkamine bestens in moderne Wohnzimmer integrieren.

Vorteile

  • Gemütlicher Kamin zum Beispiel als Wasser führender Ofen.
  • Relativ Umweltfreundlich.
  • Gas- und Bioethanolkamine sind in der Verbrennung sauberer als Holzöfen

Nachteile

  • Als alleinige Wärmequelle nur unter Umständen nutzbar

Kosten

  • Ein Raummeter Kaminholz kostet zwischen 50 und 100 Euro.  Das entspricht je nach Holzart und Ofen etwa 2.000 kWh. Wer es selbst schlägt, bekommt ihn auch für 20 bis 30 Euro.
  • Ein wasserführender Kaminofen zur Ergänzung einer bestehenden Heizanlage kostet zwischen 500 und 5.000 Euro.
  • Kleine Bioethanolkamine gibt’s schon ab 100 Euro. Große Wohnzimmerkamine gibt’s ab etwa 500 Euro.

Fazit

Kaminöfen sind meist keine eigenständige Heizung und können diese oft nur ergänzen. Wer einen Kamin betreibt, macht dies oftmals aus optischen Gründen oder weil das Feuer für eine gemütliche Stimmung sorgt. Wer allerdings viel heizt, kann mit einem wasserführenden Kaminofen den Warmwasserbedarf eines Vierpersonenhaushalts decken. 

Alles Wissenswerte zu Kaminöfen

Elektroheizungen

Heizungen, Heizungsvergleich, Elektroheizung, Infrarotheizung, Foto: Redwell
Infrarotheizungen integrieren sich in Form von Bildern oder Spiegeln bestens in die Einrichtung. Diese Heizung tarnt sich als Bild einer Zitrone. Foto: Redwell

Wärme aus der Steckdose: Mobile Heizlüfter, Nachtspeicheröfen oder Infrarotheizungen werden mit elektrischem Strom betrieben. Das macht solche dezentralen Systeme sehr flexibel. Die einzelnen Heizmodule sind relativ günstig. Die Heizkosten sind dann vom Strompreis abhängig, der Gesamtwirkungsgrad von Stromheizungen ist eher schlecht. Bei Neubauten ist es deshalb nur mit erhöhtem Dämmaufwand möglich, die Vorgaben der Energieeinsparverordnung einzuhalten.

Vorteile

  • unmittelbare Erwärmung der Heizkörper
  • Ökostromtarif wählbar
  • mobile Heizkörper möglich
  • sehr günstig in der Anschaffung
  • wartungsarm

Nachteile

  • sehr hohe Stromkosten
  • schlechter Gesamtwirkungsgrad

Kosten*

  • Anschaffungskosten: zwischen 100 und 500 Euro pro Heizkörper. Im Einfamilienhaus summieren sich die Kosten auf 1.000 bis 5.000 Euro. Im Neubau oder bei umfassenden Renovierungen treten diese Kosten bei allen anderen Heizsystemen aber ebenfalls auf – zusätzlich zu den Kosten für die Heizungsanlage selbst.
  • Stromkosten: Heizen mit Strom ist deutlich teurer als beispielsweise Heizen mit Gas oder Öl. In Abhängigkeit vom Nutzerverhalten und der Wärmedämmung der Immobilie zahlt ein Vierpersonenhaushalt 2.000 bis 3.000 Euro im Jahr, dazu kommen weitere Stromkosten für den normalen Haushaltsverbrauch.

Fazit

Infrarotheizungen können in gut gedämmten Häusern, insbesondere mit eigener Stromproduktion eine gute Lösung sein. Der Designaspekt könnte maßgeblich bei einer Entscheidung sein, denn Infrarotheizkörper lassen sich beispielsweise als Spiegel oder Kunstdruck tarnen. Ansonsten eignen sich gerade mobile elektrische Heizkörper für selten genutzte Räume, etwa in einer Ferienwohnung.

Weitere Infos zu Stromheizungen

Wärmepumpen

Heizungen, Heizungsvergleich, Wärmepumpe, Sole-Wasser-Wärmepumpe, Foto: Vaillant
Draußen im Garten steht der Luft-Sole-Wärmetauscher. Drinnen im Haus ist die Wärmepumpe. Foto: Vaillant

Wärmepumpen beziehen ihre Energie aus der Umgebung, beispielsweise aus dem Grundwasser, aus der Luft oder aus dem Erdreich. Sie nehmen deren Energie auf und lassen ein Kältemittel verdampfen, was bereits bei niedrigen Temperaturen geschieht. Unter Druck wird der Dampf kondensiert und gibt dabei wieder Wärme ab, die dann auf die Heizkörper verteilt wird.
Ob eine Wärmepumpe effizient arbeitet, zeigt die Leistungszahl an. Sie wird prognostiziert und ermittelt das angestrebte Verhältnis zwischen aufgenommener elektrischer Energie für den Betrieb der Wärmepumpe und abgegebener Wärme.
Die Jahresarbeitszahl wird im laufenden Betrieb errechnet. Eine Anlage sollte einen Wert von mindestens drei erreichen, sehr gute Anlagen schaffen auch fünf oder mehr. Wasser- oder Erdwärmepumpen arbeiten üblicherweise effizienter als Luftwärmepumpen. Weil eine Luftwärmepumpe aber keine Bohrungen braucht, ist sie deutlich günstiger in der Anschaffung.

Vorteile

  • niedrige laufende Kosten
  • nachhaltig, insbesondere bei Ökostromtarifen
  • wartungsarm

Nachteile

  • Voraussetzungen müssen erfüllt sein (zum Beispiel ausreichend Platz für Erdwärmekollektoren, passender Grundwasserspiegel, Bohrungen für Erdwärmesonden müssen genehmigt werden).
  • Es entstehen Stromkosten, die allerdings nur einen Bruchteil dessen ausmachen, als würde ausschließlich mit einer Stromheizung geheizt.

Kosten*

  • Anschaffung: Je nach System und Gegebenheiten 7.000 bis über 20.000 Euro. Grundwasserwärmepumpen benötigen beispielsweise Bohrungen und Brunnenanlagen, die viel Geld kosten.
  • Betriebskosten: Je nach Stromkosten und System zwischen 400 und 800 Euro.

Fazit

Eine Wärmepumpe kommt eigentlich nur unter bestimmten Voraussetzungen in Frage. Wenn ein Gasanschluss nicht möglich ist, kann es sinnvoller sein, Flächenkollektoren im Garten zu verlegen, anstatt Raum für einen Öl- oder Flüssiggastank zu schaffen. Wird die Anlage mit Photovoltaik kombiniert, sinken die Stromkosten.

Mehr Infos zu Wärmepumpen

Solarthermie: Mit Solarenergie heizen

Heizungen, Heizungsvergleich, Solaranlage, Photovoltaik, Solarthermie, Sonnenkollektoren, Foto: reimax16 / fotolia.de
Die Sonne als Energielieferant. In der Mitte befinden sich solarthermische Kollektoren, die Wärme erzeugen. In der oberen und unteren Reihe produzieren Photovoltaikmodule Strom. Foto: reimax16 / fotolia.de

Mit Sonnenkollektoren auf dem Dach lässt sich Wärme aus den Sonnenstrahlen absorbieren. Üblicherweise werden die Strahlen gebündelt und erwärmen ein Wärmemedium. Weil dieses System von der Sonneneinstrahlung abhängig ist, wird es oft in Kombination mit einer anderen Heizungsart verwendet. Es gibt allerdings auch Häuser, die die gesamte Energie für Heizung und Warmwasser von der Sonne beziehen.

Vorteile

  • nachhaltig
  • gut mit anderen Systemen kombinierbar
  • keine laufenden Kosten für die Energie

Nachteile

  • braucht viel Dachfläche
  • hohe Anschaffungskosten
  • Abhängigkeit von Sonnenstrahlen (daher in den meisten Fällen nur in Kombination mit anderen Wärmequellen sinnvoll)

Kosten*

  • Anschaffungskosten: Ein Vierpersonenhaushalt mit einer relativ gut gedämmten Immobilie kann bereits für 4.000 Euro Kollektoren einbauen lassen, mit denen das Brauchwasser erwärmt wird. Eine Anlage mit Vakuumkollektoren, die in der Übergangszeit auch die Heizung unterstützt, kann dagegen 11.000 Euro kosten.
  • Laufende Kosten: Bei der Kombination von Solarthermie mit beispielsweise einer Gasheizung fallen für die konventionelle Heiztechnik jährliche Wartungskosten an, hinzukommen eventuelle Wartungsarbeiten und Reparaturen an der solarthermischen Anlage, die in der Regel allerdings gering ausfallen.

Fazit

In weniger sonnenreichen Gebieten, zu denen Deutschland gehört, ist die Sonne ein unzuverlässiger Energielieferant. Dennoch gibt es in Deutschland Sonnenhäuser, die einen hohen Anteil der benötigten Energie von der Sonne beziehen. Das heißt: in den meisten Fällen liefert die Sonne nur einen Teil der benötigten Energie, der allerdings unterschiedlich groß ausfallen kann. Ob es sich finanziell rentiert, Sonnenenergie zu nutzen, muss im Einzelfall errechnet werden.

Wissenswertes zur Nutzung der Solarenergie

BHKW: mit Kraft-Wärme Kopplung heizen

Heizungen, Heizungsvergleich, Miniblockheizkraftwerk, BHKW, Foto: Vaillant
Ein ganzes Kraftwerk im Keller. In diesem mikro-Blockheizkraftwerk, kurz BHKW, wird Gas verfeuert und damit Strom und Wärme erzeugt. Foto: Vaillant

Wer in seinem Keller ein kleines Blockheizkraftwerk (Mini- oder Nano-BHKW) aufstellt, kann Brennstoffe verheizen und damit gleichzeitig Strom und Wärmeenergie erzeugen. Solche kleinen Kraftwerke gibt’s auch für Einfamilienhäuser, sie lohnen sich aber vor allem im Gemeinschaftsbetrieb. Mit Hilfe der Kraft-Wärme-Kopplung kann die Wärmeenergie, die bei der Verbrennung entsteht, zum Heizen genutzt werden.

Vorteile

  • Wärme als Nebenprodukt der Stromerzeugung
  • Je mehr Wohneinheiten oder Haushalte von einer Anlage profitieren, desto wirtschaftlicher sind die in der Anschaffung sehr teuren Anlagen.
  • hoher Wirkungsgrad möglich

Nachteile

  • hohe Anschaffungskosten
  • Es werden fossile Brennstoffe verheizt.
  • Je nach Brennstoff ist ein Tank oder ein Lager notwendig.

Kosten*

  • Anschaffungskosten: 10.000 bis über 20.000 Euro allein für das Blockheizkraftwerk.
  • Laufende Kosten: Ein Vierfamilienhaushalt zahlt 800 bis 1.600 Euro für Wartung und Brennstoff bei einer Heizleistung von etwa 20.000 kWh pro Jahr. Allerdings produziert die Anlage auch Strom – der dann nicht mehr von einem Anbieter bezogen werden muss.

Fazit

Für größere Gebäude ist ein BHKW eine interessante Alternative, insbesondere als Teil eines weitgehend autarken Systems. Brennstoffe werden dennoch benötigt und damit ein Anschluss, Tank oder Lager. Kann auch für größere private Einzelhaushalte sinnvoll sein. Eine Amortisationsrechnung müsste auch die mögliche Einspeisung von Strom ins öffentliche Netz beinhalten.

Fernwärme

Heizungen Heizungsvergleich, Fernwärme, Foto: Mapics / fotolia.de
Das Linden Kraftwerk in Hannover generiert Strom. Durch Kraft-Wärme-Kopplung wird die Wärmeenergie genutzt und an Haushalte geliefert. Bei der Fernwärme ist keine Heizungsanlage im eigenen Keller nötig. Foto: Mapics / fotolia.de

Fernwärme ist im Grunde das Nebenprodukt von Kraftwerken, generiert ähnlich wie beim BHKW durch Kraft-Wärme-Kopplung. Diese Wärme kann über Rohre ins Haus geliefert werden. Das heißt aber auch: ein solcher Fernwärmeanschluss muss vorhanden sein, was in vielen, gerade ländlichen Gebieten nicht der Fall ist.

Vorteile

  • je nach Anbieter keine Installationskosten
  • sehr wenig Technik im Haus
  • Umweltfreundlich, weil die Wärme bei der Stromproduktion ohnehin anfällt.

Nachteile

  • Abhängigkeit vom Anbieter
  • nicht überall verfügbar
  • oft lange Vertragslaufzeiten

Kosten*

  • Die Anschlusskosten sind nicht ohne weiteres kalkulierbar. Richtwert für ein Einfamilienhaus im Neubaugebiet: 5.000 Euro. Manchmal übernimmt diese Kosten aber auch der Anbieter.
  • Laufende Kosten: ja nach Anbieter 800 bis 1.200 Euro im Jahr.

Fazit

Sofern die Möglichkeit überhaupt gegeben ist, Fernwärme zu nutzen, sollte die Investition gut durchdacht werden, denn oftmals legt man sich als Vertragspartner lange fest. In manchen Gebieten haben die Immobilienbesitzer keine Wahl und müssen Fernwärme nutzen. In diesem Fall ist ein Wechsel zu einer anderen Heizungsart nicht möglich. In allen anderen Fällen würde ein Wechsel bedeuten, im gleichen Atemzuge eine komplett neue Heizungsanlage installieren zu müssen. 

Alle Infos zur Fernwärme

Kombinationen verschiedener Heizungen

Viele Heizungsarten lassen sich gut kombinieren. Sonnenkollektoren auf dem Dach sind relativ häufig ein Teil moderner Heizungskonzepte. Auch wasserführende Öfen lassen sich gut integrieren, insbesondere wenn die Hausherren zur Steigerung der Wohnqualität ohnehin gerne einen Holzofen hätten. Bei der Kombination verschiedener Systeme muss allerdings beachtet werden, dass dann auch mehrfach Anschaffungskosten anfallen. Ob sich das finanziell rentiert, müssen Immobilienbesitzer im Einzelfall errechnen.

Weitere Heizungsarten

Neben diesen genannten gibt es noch weitere Heizungsarten, die aber allesamt keine große Rolle spielen, zum Beispiel Biomasseheizungen, die biologische Brennstoffe verheizen. Dazu zählt neben Holz beispielsweise auch Miscanthus, eine Schilfpflanze, die gehäckselt oder zu Pellets gepresst verheizt werden kann. Auch Biogase können verwertet werden, in erster Linie zwar in Kraftwerken, dank Kraft-Wärme-Kopplung lässt sich bei diesem Prozess aber auch Fernwärme gewinnen.

Nachtspeicheröfen nutzen günstigen Strom in der Nacht um Wärme zu erzeugen und geben diese tagsüber wieder ab. Heutzutage spielen Nachtspeicheröfen allerdings keine große Rolle mehr. Sie sind zum einen unpraktisch, weil sie im Grunde nachts mit Wärme aufgeladen werden müssen, damit sie tagsüber heizen. Die finanziellen Vorteile gibt es nicht mehr, weil Strom in der Nacht inzwischen meist genauso teuer ist wie tagsüber. Zudem besitzen Nachtspeicheröfen einen sehr schlechten Wirkungsgrad. Insgesamt sind sie im Vergleich zu den meisten anderen Heizungsarten unpraktisch und teuer.

Klimaanlagen eignen sich nicht nur zum Kühlen sondern auch zum Heizen. Dabei handelt es sich um eine Luft/Luft-Wärmepumpe, die der Außenluft Wärme entzieht und mit Hilfe eines Kältemittels an die Innenluft angibt. Solche Geräte können auch bei Minustemperaturen wirtschaftlich arbeiten – vorausgesetzt, sie wurden gut auf die jeweilige Immobilie abgestimmt.

 

* Die Kosten sind vom Nutzerverhalten, der Wärmedämmung und der Effizienz der Heizungsanlage abhängig. Die genannten Kosten sind deswegen nur Richtwerte und gelten für einen Vierpersonenhaushalt in einer relativ gut gedämmten Immobilie.

Matthias Dittmann

Ihre Meinung zählt

(5)
5 von 5 Sternen
5 Sterne
 
5
4 Sterne
 
0
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung: