Moderne Häuser bauen – Architektur, Baustoffe, Technik

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Es soll nicht nur ein Haus sein, sondern möglichst modern? Damit kann vieles gemeint sein, etwa der neueste technische Stand, aktuelle Ausstattung oder ein bestimmter Architekturstil. Um das zu erreichen muss man keinen Stararchitekten engagieren oder viel Geld ausgeben. Was moderne Häuser heute ausmacht.

moderne Häuser, ein zweistöckiges Haus mit integriertem Carport, Foto: Heinz von Heiden GmbH Massivhäuser
Klare Linien, großflächige Fenster, großzügige Räume: moderne Architektur. Foto: Heinz von Heiden GmbH Massivhäuser

Die einen wollen besonders groß bauen, die anderen möglichst günstig, wieder andere besonders hübsch. Und manche eben modern. Und das heißt dann oftmals: mit aktueller Technik, Ausstattung oder Architektur.

Moderne Architektur: Formen und Materialien

Die Architektur ist nicht nur die Formensprache eines Hauses, auch die Größe oder die verwendeten Baustoffe sind architektonische Elemente.

Formen

modernes Haus mit Swimmingpool, Foto: stock.adobe.com / korisbo
Keine Schnörkel, stattdessen gerade Linien. Imposant ist ein solches Haus dennoch. Foto: stock.adobe.com / korisbo

In der modernen Architektur spielen seit einiger Zeit klare Linien eine deutlich wichtigere Rolle als Schnörkel und Verzierungen. Die klaren Linien haben einen ganz pragmatischen Grund: Je einfacher eine Form, desto günstiger lässt sie sich grundsätzlich bauen. Moderne Bauwerke, die auch repräsentative Rollen erfüllen sollen, werden allerdings auch heute verziert. Andere Möglichkeiten, Besucher zu beeindrucken, sind Beispielsweise viel Platz, hochwertige Materialien oder eine aufwendige Innenarchitektur – günstig ist ein solches Haus allerdings nicht.

Größe

moderne Häuser, Tiny House auf einem wildromantischen Waldgrundstück, Foto: ppa5 / stock.adobe.com
Wenig Platz ist in so einem Tiny House schon. Der wird aber effizient genutzt. Foto: ppa5 / stock.adobe.com

Preiseffizienz spielt nicht nur bei den Formen eine Rolle, auch bei der Größe. So sind Minihäuser derzeit bei Singles oder Pärchen beliebt, die flexibel wohnen wollen. Viele Minihäuser lassen sich schließlich leicht abbauen und transportieren. Andere sind von vorneherein auf Rädern montiert. In Ballungszentren, in denen Raum knapp ist, müssen intelligente Lösungen gefunden werden, um auf wenig Platz, möglichst viel Wohnraum unterzubringen.

Dem steht ein anderer Trend gegenüber: möglichst große, weite und helle Räume. Dieser Trend hat nicht viel mit Sparsamkeit zu tun. Moderne Baustoffe ermöglichen es aber, im Erdgeschoss beispielsweise Küche, Wohn- und Esszimmer in einem einzigen Raum unterzubringen. Das schafft helle Räume und durch die fehlenden Mauern kann Platz gewonnen werden. Doch stellen solch großen Räume hohe Anforderungen an die Statik eines Hauses. Notfalls müssen dann Stahlträger eingezogen werden – die ein Haus teurer machen.

Baustoffe

moderne Häuser, ein modernes kubistisches Haus mit Holzelementen in der Fassade, Foto: www.baumeister-haus.de
Bei modernen Häusern kommt immer häufiger auch der Baustoff Holz zum Einsatz, wie beim Haus Poschmann von Baumeister Haus. Foto: www.baumeister-haus.de

Glas, Beton, Stahl: Das sind seit einigen Jahrzehnten moderne Baustoffe. Weil ökologisches Bauen immer wichtiger wird, spielen auch andere Baustoffe eine Rolle in modernen Wohnhäusern. Holz wird beispielsweise von vielen Fertighausunternehmen eingesetzt, inzwischen aber auch im Hochhausbau. Manche Architekten verwenden besondere Recyclingmaterialien. Allerdings sind nicht alle verwendeten Baustoffe auch immer zu sehen.

In der Innenausstattung legen viele Bauherren Wert auf wenige Fugen. Glatte Oberflächen erleichtern grundsätzlich das Putzen. In manchen Fällen geht es aber mehr um eine moderne Optik und weniger um pragmatische Gründe. Denn je nach Material und Verarbeitung erschweren die glatten Oberflächen das Putzen sogar. Das gilt beispielsweise für hochglänzende Küchenfronten oder riesige Fensterscheiben.

Energieeffizienz

Wer umweltfreundlich bauen will, darf aber nicht nur ökologische Baustoffe verwenden, das Haus sollte auch nicht zu viel Energie benötigen. Energieeffizienz ist aber kein neues Thema, Passivhäuser und ähnliche Konzepte gibt es schon eine Weile, mit der EnEV wird ein energieeffizienter Standard in Wohnhäusern gesetzlich verordnet. Wer mehr machen will, als das Gesetz vorschreibt, kann diverse moderne Konzepte ausprobieren und beispielsweise sein Haus in einen Wintergarten oder unter die Erde stellen. Das eine ist ein besonderes Heizkonzept, das andere ein gutes Dämmsystem.

Moderne Technik für moderne Häuser

Zu einem modernen Haus gehört auch moderne Technik – die natürlich auch in einem Haus verborgen sein kann, das nach außen eher traditionell und rustikal wirkt.

Heizung

Revolutionäre Neuerungen bei Heizungssystemen gibt es kaum. Zu den moderneren Heiztechniken zählen die Wärmepumpe oder die Brennstoffzelle. Allerdings werden auch herkömmliche Heizsysteme weiterentwickelt. Moderne Öl- oder Gasheizungen sind relativ günstig und hocheffizient. Wofür sich ein Bauherr entscheidet, hängt davon ab, worauf er Wert legt: Möglichst wenig Schadstoffproduktion, möglichst wenig laufende Kosten oder möglichst niedrige Anschaffungskosten.

Link-Tipp

Eine Übersicht über alle Heizsysteme, ihre Vor- und ihre Nachteile bietet dieser Artikel:

Lüftungsanlagen und Klimageräte

Moderne Häuser müssen absolut Luftdicht sein, um den Vorgaben der EnEV gerecht zu werden. Ein Luftaustausch, beispielsweise über die Fenster, findet nicht statt und auch Luftfeuchtigkeit kann kaum entweichen. Deswegen gehört eine Lüftungsanlage – am besten mit Wärmerückgewinnung - zum Standard: Die KfW fordert sie ab einem gewissen Förderniveau, die meisten Hausbaufirmen empfehlen den Einbau.

Ebenfalls interessant dürfte für manche Bauherren moderne und energieeffiziente Kühltechnik sein, gerade in Hinsicht auf die Klimaerwärmung und zu erwartende Hitzeperioden. Praktischerweise kann man die Heiztechnik zum Teil auch zum Kühlen nutzen, etwa bei Wärmepumpen in Kombination mit Fußbodenheizung.

moderne Häuser, Holzhaus, die vordere Giebelseite ist deutlich schmaler als die hintere, Foto: Keitel Haus GmbH
Dieses Haus wurde an die etwas eigenwillige Grundstücksform angepasst. Vorne an der schmalen Giebelseite steht eine moderne Luftwärmepumpe. Foto: Keitel Haus GmbH

Wasserversorgung

Die Wasserversorgung kommt ohne radikale Neuerungen aus. Die Grauwassernutzung, also die Verwendung von aufgefangenem Regenwasser, ist kein ganz neues Konzept. Viele Hausbesitzer nutzen Grauwasser beispielsweise, um Blumen zu gießen. Wer mag, kann sich aber einen unterirdischen Tank einbauen lassen und das Grauwasser auch zum Wäsche waschen oder für die Toilettenspülung nutzen.

Smart Home und Elektromobilität

Heizung, Lüftung, zum Teil die Wasserversorgung, Stromversorgung sowieso, dazu Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik: In einem modernen Haus steckt viel Technik. Und die meisten Geräte lassen sich noch dazu über das Internet steuern, also auch von Unterwegs. So lassen sich beispielsweise Fenster und Türen per Handy öffnen und verriegeln. Das smarte Zuhause registriert aber auch, wenn der Wecker klingelt und macht rechtzeitig die Heizung im Bad und die Kaffeemaschine in der Küche an.

Wer gern elektronisch unterwegs ist, sollte in der Garage einen Anschluss einplanen, um über Nacht das Auto mit Strom aufzuladen.

Link-Tipp

Alle Infos rund um das automatisierte Zuhause:

Moderne Bauweisen: Häuser aus dem 3D-Drucker

Trotz all dieser Trends werden in Deutschland nach wie vor die meisten Häuser in massiver Bauweise errichtet. Immer mehr Marktenteile greift die Fertigbauweise ab, bei der es sich im Grunde um eine Holzrahmenbauweise handelt. Beide Bauweisen profitieren von modernen Baustoffen, die beispielsweise eine effektive Wärmedämmung ermöglichen.

Neu sind dagegen Häuser aus dem 3D-Drucker, die gleichzeitig einen anderen Trend wieder aufgreifen: den der kleinen Häuser. Denn bisher lassen sich in erster Linie Minihäuser ausdrucken. Wer ein solches Haus baut, profitiert von extrem kurzen Bauzeiten von wenigen Tagen, auch ohne, dass zuvor Wände in der Fabrik gebaut werden müssten und von relativ günstigen Preisen.

Moderne Häuser planen und bauen

Wer ein modernes Haus planen und bauen möchte, sollte den richtigen Baupartner wählen. Bei der Auswahl können Hauskataloge behilflich sein. Auf den ersten Blick entscheidet die Optik, im Hauskatalog offenbaren sich dann auch die inneren Werte eines Hauses und spätestens im Planungsgespräch kann der Bauherr genau erfahren, welche modernen Details möglich sind.

Moderne Architekten bieten zwar keine Hausbaukataloge an, die sich bequem auf dem Sofa durchblättern lassen, können dafür aber Sonderlösungen planen, die ein Haushersteller möglicherweise nicht umsetzen kann. Allerdings kann auch nicht jeder Architekt beispielsweise ein Haus aus ausschließlich recyceltem Material bauen – nicht überall ist jedes Baumaterial einfach verfügbar. Welche modernen Lösungen ein Architekt anbietet und planen kann, müssen Interessenten in Planungsgesprächen herausfinden.

Kosten

Ein modernes Haus ist nicht per se günstiger oder teurer als ein weniger modernes Haus. Preislich kann die Effizienz vorteilhaft sein. Wer mit weniger Platz und weniger Energie auskommt, kann auf Dauer ebenfalls Geld sparen. Wer allerdings die absolut neueste Technik und revolutionäre Materialien möchte, muss damit rechnen, dass diese noch nicht für den Massenmarkt produziert werden – und deswegen noch relativ teuer oder auch noch nicht ausgereift sind.

Generell gilt allerdings: Wer energieeffizient baut, muss zwar mit oftmals höheren Anschaffungskosten rechnen, kann aber langfristig Energiekosten sparen und außerdem von Förderungen profitieren. Auch hier gibt’s unter Umständen ein Problem Revolutionäre Technik wird oftmals nicht sofort als förderungsfähig anerkannt, sie muss sich erst ein paar Jahre bewähren.

Experten-Tipp

Welche Förderungen es gibt und wie Bauherren diese beantragen können:

11.07.2019


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