Vielfalt in Preis und Design: Minihaus

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Minihäuser stehen für das "Weniger ist mehr"-Prinzip. Individuelle Lösungen sind gefragt, sowohl beim Minihaus nach dem Baukastenprinzip als auch beim Modulhaus von einem der zahlreichen Anbieter. Hier finden Sie eine Auswahl an Minihaus Anbietern, sowie einen Überblick der rechtlichen Aspekte, die vor Baubeginn zu klären sind.

Minihaus, kleines Haus, Baulücke, Foto: imago/imagebroker
Sei es aus Platzmangel oder aufgrund fehlender und teurer Baustoffe: Früher entstanden viele Minihäuser aus der Not heraus. Heute hingegen wollen viele Bauherren ganz bewusst ein kleines Haus bauen. Foto: imago/imagebroker Foto: imago/imagebroker

Immer weniger Menschen wohnen auf immer mehr Raum. Ein deutscher Single beispielsweise beansprucht durchschnittlich rund 70 Quadratmeter. Dem entgegen steht der Trend zum Minihaus beziehungsweise Modulhaus. Das sind kleinste Häuser, die allen Wohnansprüchen genügen, erweiterbar und häufig mobil sind. Es gibt wohl für (fast) jeden Geschmack und Anspruch das Passende. Baurechtlich gilt es jedoch auch beim Minihaus ein paar Dinge zu beachten.

Minihäuser: Ein rechtlicher Überblick

Weniger ist mehr – das ist das Prinzip, das hinter dem Konzept der Minihäuser steht: Weniger Wohnraum, mehr Individualität. Abstriche von diesem Prinzip müssen, zumindest in Deutschland, bei rechtlichen Fragen gemacht werden. Denn hier sind Bauherren beim Errichten eines Minihauses ebenfalls an das geltende Baurecht gebunden. Sprich: Für Baugenehmigungsverfahren, Energieausweis und Erschließung des Grundstücks gelten nahezu die gleichen Anforderungen wie beim Bau eines normalen Hauses.

Minihäuser: Achtung Baurecht!

Das Baurecht in Deutschland gilt auch für Minihäuser, selbst für die ganz kleinen. Denn selbst ganz kleine Häuser sind grundsätzlich genehmigungspflichtig, sofern sie als Aufenthaltsraum dienen und nicht zum Unterstellen von Geräten. Wichtig ist, dass von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedliche Regelungen gelten können, daher ist es unerlässlich hier die entsprechenden Informationen einzuholen. Auch Bauherren von Minihäusern werden daher in aller Regel vor Baubeginn einen Bauantrag bei der Gemeinde einreichen müssen. Hierfür werden Bauantragsformulare verwendet, denen insbesondere die Baubeschreibung, der Lageplan und die Bauzeichnung beigefügt werden müssen.

Hinweis: Seit Google Earth ist es für Bauämter ein leichtes, zu überprüfen, ob sich in Gärten Bauten befinden, für die keine Baugenehmigung besteht.

Minihaus und Energieausweis

2009 wurde in Deutschland die Energiesparverordnung (EnEV) eingeführt und der Energieausweis für Wohngebäude Pflicht. Dieser verbrauchs- oder bedarfsorientierte Ausweis benennt die Energieeffizienz eines Gebäudes. Die Energiekennzahl ist Grundlage für die Entscheidung, ob ein Bauantrag genehmigt wird oder nicht. „Kleine Gebäude“ benötigen nach § 16 Abs. 5 der EnEV keinen Energieausweis. Als klein gelten in der Regel Häuser mit weniger als 50 Quadratmetern Nutzfläche.

Grundstückserschließung und Alternativen

Wer dauerhaft in seinem Minihaus leben möchte, muss auch das Thema Erschließung des Grundstücks im Blick halten: Künftige Minihaus-Besitzer sollten abklären, ob sie Anschlüsse an Wasser, Abwasser, Strom und gegebenenfalls Telefon benötigen. Alternativ besteht die Möglichkeit, ein Minihaus autark zu gestalten: Photovoltaik-Anlage, Solarthermie mit Speicher, Wassertank und Humustoilette machen es möglich. Diese Entscheidung sollte vor Baubeginn fallen.

Sind die rechtlichen Aspekte geklärt, stellt sich die Frage, ob Heimwerker mit Hilfe einer Bauanleitung selber ein Minihaus bauen, sie eines im Baukastensystem aufstellen oder ob sie einen spezialisierten Anbieter mit der Errichtung beauftragen wollen.

Anbieter von Minihäusern aus Deutschland

So vielfältig wie die Ideen, Wünsche und finanziellen Möglichkeiten der potentiellen Bewohner, ist auch die Szene der Anbieter von Minihäusern und Modulhäusern. Nachfolgend sollen einige Anbieter aus Deutschland vorgestellt werden. Hierbei handelt es sich weder um eine abschließende Aufzählung noch um eine Wertung. Ausstattung und Design der angebotenen Minihäuser sind sehr unterschiedlich. Welches Haus den individuellen Anforderungen entspricht, kann nur auf Grundlage der eignen Situation bewertet werden.

Cubig, Adriaans & Lemcke Mobiliengesellschaft mbH

Minihaus, Foto: Adriaans & Lemcke Mobiliengesellschaft mbH
Das Cubig Minihaus, Foto: Adriaans & Lemcke Mobiliengesellschaft mbH Foto: Adriaans & Lemcke Mobiliengesellschaft

Die Cubig Minihäuser sind Modulhäuser, die in unterschiedlichen Größen und Modulkombinationen angeboten werden. Das Design ist sehr modern. Bei der Raumaufteilung ist Vieles möglich. In der kleinsten Variante misst der Cubig Living 7,55 mal 3,50 Meter. Fußbodenheizung und hoch wärmegedämmte sowie diffusionsoffene Wände schaffen ein gesundes Raumklima und hohen Wohnkomfort.

mycubig.com

HomeBox1

Minihaus, Foto: slawik.net / Prof. Han Slawik
Die HomeBox1. Foto: slawik.net / Prof. Han Slawik Foto: slawik.net / Prof. Han Slawik

Die HomeBox1 des Architekten Han Slawik ist das Hochhaus unter den Minihäusern. Auf einer Grundfläche von 2,44 mal 2,90 Metern steht das dreistöckige Kompakthaus, in dem sich auf drei Etagen Platz für Küche, Wohnzimmer, Schlafbereich und Badezimmer finden. Die Treppen sind steil – aber dafür Platz sparend. Die Prototypen HomeBox1 und HomeBox2 sind mittlerweile käuflich.

slawik.net

WMS Singledomizil

Dieser Anbieter von Minihäusern bietet komplett ausgestattete Holzhäuser in unterschiedlichen Größen. Zudem können einzelne Module miteinander kombiniert werden. Das kleinste Modul ist gerade einmal 22 Quadratmeter groß und bietet Raum für Wohnzimmer, Küche, Badezimmer, eine Schlafempore sowie einen weiteren separaten Raum, der als Schlafzimmer oder Büro genutzt werden kann. Die Häuser werden komplett im Werk gefertigt und erst dann zum Kunden geliefert. Individualisierungen sind in gewissem Rahmen möglich.

singledomizil.de

SmartHouse

Minihaus, SmartHouse, Foto: SmartHouse
Das SmartHouse. Foto: SmartHouse Foto: SmartHouse

Die Module von SmartHouse sind ab 21 Quadratmeter erhältlich und miteinander kombinierbar. Es werden unterschiedliche Module und Ausstattungsvarianten angeboten. Alle SmartHouse Module entsprechen dem KFW70 Standard.

mobile-smarthouse.com

LegnoCube von LegnoHaus

Minihaus, Foto: LegnoHaus
Der LegnoCube. Foto: LegnoHaus Foto: LegnoHaus

Hierbei handelt es sich um ein flexibles Bausystem basierend auf den Grundmodulen von drei mal sechs und drei mal zwölf Metern. Besonders schick: Die Module können anstelle eines Flachdachs auch mit einem Giebeldach ausgestattet werden. Das Design und die energieeffiziente Bauweise stehen in einem gehobenen Preis-Leistungsverhältnis.

legno-haus.de

Das Angebot an fertigen Minihäusern von der Stange ist inzwischen sehr groß. Gerade für Individualisten entspricht der Minihaus-Selbstbau jedoch noch mehr dem Lebensgefühl. Zudem lassen sich so die eigenen Wünsche und Anforderungen an das Zuhause noch besser umsetzen. Und ganz nebenbei lässt sich so auch noch Geld sparen. Wer es sich nicht zutraut, ein Haus selbst zu entwerfen und zu planen, der kann auf Baupläne oder sogar Angebote im Baukastensystem zurückgreifen. So gewappnet, kann losgebaut werden – entweder ganz auf eigene Faust oder aber mit der Unterstützung eines Zimmermeisters.

Minihaus selber bauen – Bauplan oder Baukasten?

Wer sich für den Kauf einer Bauanleitung entscheidet, sollte darauf achten, in welchen Sprachen diese erhältlich ist. Viele im Internet angebotene Baupläne sind ausschließlich auf Englisch verfügbar, in den USA ist diese Hausform – vor allem in ihrer mobilen Variante – schließlich äußerst beliebt. Entscheidend ist auch,  ob der Bauplan lediglich den Rohbau oder auch den Innenausbau beschreibt.

Außerdem sollte die Bauanleitung sowohl eine Material- und Werkzeugliste als auch einen Abschnitt zur Vorgehensweise umfassen.

Für alle, die das Ikea-Prinzip lieben, bietet zum Beispiel SI-Modular der Firma StellInnovation ein Haus im Baukastenprinzip an. Hier wählt der Kunde eine Hausgröße und erhält dann das komplette Baumaterial für das ausgewählte Haus geliefert. Es gibt eine übersichtliche Anzahl unterschiedlicher Bauteile, die sich durch ihre Steckverbindungen leicht ineinander fügen. Für den Aufbau des Rohbaus wird lediglich ein Hammer als einziges Werkzeug benötigt.

Tipps zum Minihaus selber bauen

Vor Beginn der Arbeiten sollte unbedingt die ganze Bauanleitung bis zum Ende durchgelesen werden. Dies ist wichtig, um einen Überblick zu erhalten und Fehler möglichst zu vermeiden.


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