Ziegelsteine für den Hausbau: das Ziegelhaus

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Tönerne Ziegelsteine werden seit Jahrhunderten im Hausbau verwendet und als formbeständiges und langlebiges Material geschätzt. Schließlich bietet ein Ziegelhaus hervorragenden Wärmeschutz und ein gesundes Wohnklima. Doch der äußerst beliebte Baustoff hat auch seine Nachteile.

Ziegelsteine, Ziegelhaus, Foto: tdx/Mein Ziegelhaus
Natürliches Wohnen: Ziegelsteine werden auch wegen des angenehmen Raumklimas gerne für den Hausbau eingesetzt. Foto: tdx/Mein Ziegelhaus Foto: tdx/Mein Ziegelhaus

Der Ziegel ist einer der ältesten und einer der beliebtesten Baustoffe überhaupt. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass auch noch im 21. Jahrhundert fast ein Drittel aller neuen Ein- und Mehrfamilienhäuser in Deutschland mit Ziegeln gebaut sind. Gute bautechnische, bauphysikalische und baubiologische Eigenschaften, Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit sichern dem Ziegelhaus seinen Favoritenstatus bei den Bauherren.

Wie Ziegel entstehen

ZIegelsteine, Ziegelproduktion, Ziegelstrang, Foto: Ziegelwerk Bellenberg
Ein endloser Ziegelstrang aus feuchtem Ton wird durch ein Mundstück gepresst und in Form gedrückt. Foto: Ziegelwerk Bellenberg Foto: Ziegelwerk Bellenberg
Ziegelsteine, Ziegelproduktion, Ziegelabschneider, Foto: Ziegelwerk Bellenberg
Mit einem feinen Stahldraht werden die Ziegel einzeln vom Ziegelstrang abgeschnitten. Foto: Ziegelwerk Bellenberg Foto: Ziegelwerk Bellenberg
Ziegelsteine, Ziegelproduktion, Brennofen, Foto: Ziegelwerk Bellenberg
20 Stunden dauert es, die Ziegel im Ofen zu brennen. Erst nach ausgiebigen Kontrollen werden sie dann verpackt. Foto: Ziegelwerk Bellenberg Foto: Ziegelwerk Bellenberg

Ausgangsstoffe für den Ziegel sind Ton oder Lehm. Das Rohmaterial aus der Tongrube wird im Ziegelwerk mit Walzen zerkleinert und zermahlen, bis es die richtige Korngröße hat. Der zerkleinerte Ton wird dann durchfeuchtet, bis er die gewünschte Plastizität und Bindefähigkeit hat. Anschließend werden die Ziegel mittels Strangpresse und Abschneider geformt, getrocknet und bei Temperaturen zwischen 500 und 1800 Grad Celsius gebrannt. Bei einigen Energiesparziegeln werden dem Ton für gewöhnlich Sägemehlspäne oder Papierspäne beigemischt. Diese verbrennen im Ofen und schaffen dabei feine Luftporen.

Vor allem für den Denkmalschutz werden Ziegel auch heutzutage noch manuell hergestellt.

Die verschiedenen Ziegelarten: von Backstein über Lochziegel hin zu Klinker

Schon lange gibt es nicht mehr allein „den“ Ziegelstein, sondern eine große Auswahl unterschiedlicher Ziegelprodukte:

In manchen Gegenden werden Mauerziegel auch Backstein genannt. Dieser Begriff geht ursprünglich auf die mittelalterlichen Lehmbausteine zurück, die von Hand gefertigt und bei Temperaturen unter 1000 Grad gebrannt wurden.

Klinker hingegen sind Ziegel, die bei sehr hohen Temperaturen gebrannt werden, bis sich die Poren des Materials schließen (Sinterung). Sie sind besonders widerstandsfähig, weisen jedoch ein recht schlechtes Wärmedämmvermögen auf. Klinkersteine gibt es sowohl massiv als auch als Hochlochklinker.

Den ursprünglichen massiven Vollziegel verwendet man heute im Hausbau meist nur noch als Vormauerziegel bei zweischaligem Wandaufbau. Das eigentliche Mauerwerk besteht aus Loch- oder Hohlziegeln. Durch den Lochanteil verringern sich das Gewicht und die Wärmeleitfähigkeit, was zu verbesserter Wärmedämmwirkung führt. Eine Weiterentwicklung der letzten Jahre sind Wärmedämmziegel, deren Hohlräume mit Dämmstoff, zum Beispiel Mineralwolle, gefüllt sind. Damit sind auch ohne zusätzliche Dämmung energieeffiziente Ziegelhäuser bis hin zum Passivhausstandard möglich.

Zur besseren Verarbeitung werden die Auflageflächen der verschiedenen Ziegelsteine glattgeschliffen. Man spricht deshalb auch von Planziegeln oder Plansteinen. Durch die glatten Oberflächen wird beim Mauern nur wenig Mörtel benötigt.

Um insbesondere im mehrgeschossigen Wohnungsbau rationeller und wirtschaftlicher zu arbeiten, wurden großformatige Ziegel-Planelemente entwickelt. Darüber hinaus gibt es noch spezielle Ziegeltypen, zum Beispiel für Keller- oder Innenwände.

Ziegelsteine, Ziegelhaus, Vollziegel, Foto: Wienerberger
Vollziegel werden heute fast nur noch als Vormauern verwendet. Foto: Wienerberger Foto: Wienerberger
Ziegelsteine, Ziegelhaus, Lochziegel, Foto: tdx/Mein Ziegelhaus
Moderner Lochziegel, der gute Dämmwerte erreicht. Foto: tdx/Mein Ziegelhaus Foto: tdx/Mein Ziegelhaus
Ziegelsteine, Ziegelhaus, Wärmedämmziegel, Kunststoff, Foto: Step Two Design, Kahlert und Vestweber/Ziegelwerk Lücking
Ziegel mit Kunststofffüllung: Gute Dämmwerte, allerdings kein reines Naturprodukt mehr. Foto: Step Two Design, Kahlert und Vestweber/Ziegelwerk Lücking
Ziegelsteine, Ziegelhaus, Wärmedämmziegel, Foto: Deutsche Poroton GmbH
Mit Mineralwolle gefüllter Wärmedämmziegel. Foto: Deutsche Poroton GmbH Foto: Deutsche Poroton GmbH
Ziegelsteine, Ziegelhaus, Planziegel, Foto: Deutsche Poroton GmbH
Schneller und rationeller Ziegelbau mit großen Plansteinen. Foto: Deutsche Poroton GmbH Foto: Deutsche Poroton GmbH
Ziegelsteine, Ziegelhaus, Wärmedämmziegel, Foto: Deutsche Poroton GmbH
Wärmedämmziegel gefüllt mit Perlit, einem Material aus vulkanischem Gestein. Foto: Deutsche Poroton GmbH Foto: Deutsche Poroton GmbH

Was sind eigentlich Feierabendziegel?

Um Haus und Bewohner vor Sturm und Gewitter zu schützen, wurden Abwehrziegel auf dem Dach häufig mit Blitzen nachempfundenen Zacken oder Wellen verziert.
Auch Blumen-, Kreuz- und Tiermotive, sowie Hand- und Kinderfußabdrücke finden sich als Glücksbringer in den Ton gedrückt.

Der Ziegel im Vergleich mit anderen Massivbaustoffen

Häuser in Massivbauweise haben ihre Vorteile: Die Baustoffe sind langlebig und größtenteils wartungsfrei, unterscheiden sich aber dennoch in einigen Punkten:

 

ZiegelKalksandsteinPorenbetonsteinBetonLeichtbausteine
(z.B. Blähton, Bims)
+ hohe Festigkeit   
+ gute Wärmespeicherung
+ gesundes Raumklima
+ guter Brandschutz
+ hohe Druckfestigkeit   
+ guter Schallschutz
+ gutes Raumklima
+ sehr leicht bei hoher Festigkeit   
+ sehr guter Wärmeschutz
+ einschalig verbaubar
+ für Selberbau geeignet
+ guter Schallschutz   
+ guter Brandschutz
+ als Fertigbeton schnell aufgebaut
+ geringes Gewicht
+ sehr guter Wärmeschutz
+ einschalig verbaubar
- bei klassischen Tonziegeln ohne Füllung zusätzliche Dämmung nötig- zusätzliche Wärmedämmung nötig- Schallschutz weniger gut
- saugt viel Feuchtigkeit auf
- zusätzliche Wärmedämmung nötig
- Zusatzstoffe z.T. baubiologisch bedenklich
- höhere Schwindeigenschaften können zu Putzschäden führen

Ziegelhaus und Energieeffizienz

Ziegelsteine, Ziegelhaus, Brandschutz, Foto: tdx/Mein Ziegelhaus
Solide Bauweise: Ziegelmauerwerk ist stabil, robust und nicht brennbar. Foto: tdx/Mein Ziegelhaus Foto: tdx/Mein Ziegelhaus

Die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) können im Ziegelbau mit oder ohne zusätzliche Wärmedämmung erreicht werden. Allerdings lassen sich bestimmte Energiestandards dann nur mit gewissen Wandstärken erreichen:

Für den gesetzlichen Mindeststandard der EnEV 2014 sind Wandstärken ab 36,5 Zentimeter nötig, ebenso für ein Effizienzhaus 70.

Für das Effizienzhaus 55 sowie für das Effizienzhaus 40 beziehungsweise ein Passivhaus braucht es Wandstärken von 42,5 bis zu 49,5 Zentimetern.

In der Praxis kommt es allerdings noch auf weitere Faktoren, zum Beispiel die Heiztechnik des Hauses, an. 

Vor- und Nachteile von Ziegelhäusern

Ziegelhäuser stehen für ein gutes Raumklima, beste statische Eigenschaften und einen ordentlichen Schallschutz. Bei der Wärmedämmung bietet der klassische Ziegel zwar ordentliche Werte, die heute wegen der sehr strengen Anforderungen der Energieeinsparverordnung häufig jedoch nicht für moderne Effizienzhäuser ausreichend sind. Dann ist entweder eine Zusatzdämmung nötig, oder man greift zu modernen Neuentwicklungen wie etwa den T7 bis T9-Steinen mit Perlit-Kerndämmung.

Ziegelsteine, Ziegelhaus, Maurer, Foto: tdx/Mein Ziegelhaus
Stein-auf-Stein zu bauen, ist vergleichsweise zeitaufwändig. Foto: tdx/Mein Ziegelhaus Foto: tdx/Mein Ziegelhaus

Vorteile

  • Robustes Material: Ziegelmauern sind unempfindlich gegen Schlagregen, Hitze, Frost, Chemikalien oder Ungezieferbefall.
  • Schadstofffrei: Ziegel geben keine Gifte, Schwermetalle, Gase oder Feinstaub ab.
  • Feuchteausgleich: Ziegel können überschüssige Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und später wieder abgeben. Das beugt Schimmelbildung vor und schafft ein angenehmes Raumklima im Ziegelhaus.
  • Dämmung: Moderne Ziegel haben gute bis sehr gute Wärmedämmeigenschaften und schützen auch vor sommerlicher Hitze.
  • Brandschutz: Ziegel gehören als nicht brennbare Materialien zur Baustoffklasse A1.
  • Umweltfreundlich: Beim Abbruch von Ziegelhäusern werden keine Schadstoffe freigesetzt, es entsteht kein Sondermüll, Ziegelbruch kann zum Teil wiederverwendet werden.
  • Wirtschaftlichkeit: Der Bau eines Ziegelhauses hat ein günstiges Preis-Leistungsverhältnis.

Nachteile im Vergleich zu anderen Bauweisen

Dicke Wände: Massivbauweisen benötigen im Vergleich zum Holzbau einen stärkeren Wandaufbau, wodurch etwas Wohnfläche verloren geht.

Bauzeiten: Stein-auf-Stein zu bauen dauert immer noch relativ lange im Vergleich zum Hausbau mit vorgefertigten Holz- oder Betonbauteilen.

Ziegelsteine, Ziegelhaus, Rohbau, Foto: Wienerberger
Auch im 21. Jahrhundert ist jeder dritte Neubau ein Ziegelhaus. Foto: Wienerberger Foto: Wienerberger
Link-Tipp

Eine Klinkerfassade kann auch nachträglich realisiert werden: Entweder durch eine Vormauer aus Klinker oder durch Klinkerverblender beziehungsweise Klinkerriemchen, die mit Mörtel an der Wand angebracht werden.

Ziegelmauer selber bauen?

Ziegelsteine, Ziegelhaus, Bauschäden, eingestürtzte Mauer, Foto: Bauherren-Schutzbund e.V.
Wer mit Lagerfugen und Aussteifungsmaterial spart, muss sich nicht wundern, wenn sich Wände leicht einreißen lassen. Foto: Bauherren-Schutzbund e.V. Foto: Bauherren-Schutzbund e.V.

Eine tragende Hauswand selber hochzuziehen, sollte Sache des Profis sein. Die Sperrschicht muss Feuchtigkeit zuverlässig abhalten, die Mauersteine müssen im sauberen Verbund liegen und die Mörtelmenge muss passen. Auch Putz und Mauerwerk müssen aufeinander abgestimmt sein. Allein das Fundament kann eine Herausforderung sein! Für erfahrene Heimwerker ist ein Ziegelmauerwerk zwar durchaus machbar, Gelegenheitshandwerker sollten sich jedoch zumindest Unterstützung holen.

Anders sieht es bei nicht tragenden Gartenmauern aus Ziegeln oder Natursteinen aus. Diese können mit etwas Geschick selbst errichtet werden.

Ziegel in der Architektur

Den meisten Ziegelhäusern sieht man ihre Bauweise gar nicht an, weil ihr Mauerwerk außen verputzt ist. Doch sichtbare Ziegelfassaden, wie sie zum Beispiel für verschiedene Regionen Norddeutschlands typisch sind, haben ihren besonderen Reiz. Wo sie traditionell das Stadtbild prägen, versucht man sie zu erhalten, auch wenn die alten Backstein- oder Klinkerwände den heutigen Ansprüchen an den Wärmeschutz nicht mehr genügen. Auch in der modernen Architektur hat der sichtbare Ziegel – als Vormauerstein vor der eigentlichen Wandkonstruktion – seinen Platz. Zwei Beispiele für Ziegelarchitektur heute:

Ziegeltradition neu belebt

Ziegelsteine, Ziegelhaus, Baubeispiel, Buda Art Centre, Foto: Wienerberger
Buda Art Centre: Alter und neuer Ziegelbau harmonieren nebeneinander. Foto: Wienerberger Foto: Wienerberger

In der belgischen Stadt Kortrijk wurde eine ehemalige Textilfabrik als Teil eines neuen Kulturviertels auf der Buda-Insel zum Kunstzentrum umgewandelt. Bestehende Ziegelflächen wurden gesäubert und renoviert. Dem Eingang vorgelagert wurde ein fünfeckiger, innenhofartiger Pavillon aus auffälligem, gelbem Lehmziegel, der dem ursprünglichen Baumaterial der Fabrik entspricht. Das Projekt ist Preisträger des Wienerberger Brick Award 2014, einem Wettbewerb für Ziegelarchitektur.

Passivhaus mit Designfassade in Ziegel

Ziegelsteine, Ziegelhaus, Baubeispiel, Engelshove, Foto: Wienerberger / Arnt Haug
Ein Musterbeispiel moderner Ziegelarchitektur: Durch fast unsichtbare Verfugung der Vormauerziegel entsteht ein interessanter Licht-Schatten-Effekt. Foto: Wienerberger / Arnt Haug Foto: Wienerberger / Arnt Haug

Am Rande eines Wohngebiets aus den 1960er Jahren entstand auf dem Grundstück eines abgerissenen Altbaus ein Mehrgenerationenhaus in moderner Ziegelbauweise. Der zweischalige Wandaufbau besteht aus einer Mauer aus ungefüllten Planziegeln und einer Außenschale aus langformatigen, hellgrauen Vormauerziegeln. In Kombination mit einer Wärmepumpe, Wärmerückgewinnung und kontrollierter Lüftung erreicht das Haus Passivhaus-Standard.

Klinker und Denkmalschutz

Vor allem im Ostseeraum spielt das Thema Ziegel und Klinker auch im Denkmalschutz eine große Rolle. Das groß angelegte EU-Programm Co2ol Bricks hatte das Ziel, denkmalgeschützte Backsteinarchitektur mit den Anforderungen des Klimaschutzes zu vereinen.
Die einzelnen Ergebnisse sind auf den Projektseiten zusammengefasst.


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3 Kommentare

Tommy Käßemodel am 06.07.2018 14:10

Strangdachziegel werden in einem endlosen Tonstrang hergestellt und in der gewünschten Länge mit einem Drahtabschneider auf Maß geschnitten. Da diese Ziegel normalerweise keine Falz besitzen und so bei der Dachdeckung nicht ineinandergreifen können, eignen sie sich besonders für Dächer mit einer Neigung von über 30 Grad. So kann der Regen schneller abfließen und es wird kein größerer Niederschlagsschutz notwendig.

Zur Herstellung von Pressdachziegeln gelangt das Ziegelgut in die Strangpresse und wird anschließend in gleichmäßige Blöcke geschnitten. In der Schlittenpresse oder der Revolverpresse werden die Rohlinge im Pressvorgang mit Ober- und Unterform in ihre endgültige Form gebracht. Pressdachziegel sind i. d. R. rundum verfalzt und bieten somit einen besonders hochwertigen Schutz gegen Regen. Auch aus wirtschaftlichen Gründen werden heute immer häufiger großformatige Dachziegel gewünscht und hergestellt. Die traditionellen Formate mit 15 Dachziegeln pro Quadratmeter erhalten immer weniger Bedeutung. Mittel- und Großformate mit 12 oder 10 Dachziegeln pro Quadratmeter liegen im Trend. Auch noch größere Formate bis hin zu lediglich 5 Dachziegel pro Quadratmeter werden angeboten.

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Barry Richardson am 11.09.2018 12:38

Ok vielen Dank! Und btw sind sie nicht in FIFA drin?

Harald Fischer am 25.09.2017 18:34

Feierabendziegeln sind die letzten, die vor dem Winter geformt wurden. Sie mussten trocken sein, bevor der Frost kommt. Dass sie verziert wurden hat wohl weniger mit Aberglauben zu tun oder Schadensabwehr, sondern eher die Freude, dass erstmal Feierabend ist, Winterpause.

[Kommentar gekürzt, d. Red.]

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Peter Enis am 06.07.2018 14:17

Vielen Dank für diese Informationen, ist ja hochinteressant!

christin am 09.11.2015 02:04

Danke für den guten Bericht.

Wir wollten ein Haus aus Ziegelsteinen errichtet haben. Unser Architekt hat behauptet, obwohl eine Schallschutzberechnung vorlag, die die gewünschten Schalldämmwerte auswies, diese Berechnung wäre falsch, der Ziegel wäre kein Stein sondern ein Dämmstoff und hätte nicht die erforderliche Rohdichte.

Sein eigener Statiker (Vertriesbchef für Kalksandsteine, wie wir später erfahren haben) hat dann eine neue Schallschutzberechnung durchgeführt, die "oh Wunder" die erforderlichen Schallschutzwerte lieferte.

Selbstverständlich muss man bei KSS auch dieses nachteilige WDVS haben mit allen bekannten Nachteilen, bis hin zu Gift als Flammschutzmittel und Pestiziden, damit es nicht schon innerhalb der 5 jährigen Gewährleistungspflicht schimmelt. Ganz abgesehen von der Bauphysik, innen dichter als außen, ein "Naturgesetz",

Lange Rede kurzer Sinn:

Die Schallschutzberechnung für den KSS war grottenfalsch, lauter Fehler. Der Schallschutz ist nicht erreicht. Zusätzlich hat der KSS-Vertriebler vergessen zu berechnen, dass das billigste WDVS aus Polysterol (= Erdöl mit Brandbeschleuniger Luft + giftiges Brandschutzmittel) den Schalldämmwert noch mindert.

Anscheinend hat es die KSS-Industrie so nötig, ihre Steine los zu werden und die Bauherren in Zusammenarbeit mit dem Architekten herein zu legen.

Ich rate jedem (als betrogene Bauherrin) mit Ziegelsteinen zu bauen.

Dieses Material hat -seit Jahrhunderten- nur Vorteile.

Und der Nachteil mit den dicken Wänden ist relativ.

Bei KSS Steinen muss auch eine Wärmedämmverbundsystem angebracht werden.

Dies zusammen mit der KSS-Wand weist dann doch die gleiche Wansdicke, wie ein zu bevorzugender Ziegelstein auf.

Und wer mal versucht hat in einem WDVS-System, etwas zu befestigen, weiß spätestens dann ganz genau, dass der Ziegelstein sinnvoller gewesen wäre.

An alle Bauherren. Wer gesundes Raumklima sucht, sollte immer den Ziegelstein bevorzugen.

siehe auch: www.konrad-fischer-info.de/21315bau.htm

Und ich bin keine Lobbyistin für Ziegelsteine, sondern eine vom Architekt betrogene Bauherrin und hoffe, dass dieser unfähige, betrügerische Architekt für die vorsätzliche Falschberatung aufkommen muss.

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Rolf am 23.08.2017 09:07

überall wo man hinschaut Unehrlichkeit (ich mein die Lobbisten und sonstige Mamonvertreter) Ohne den Fall geprüft zu haben, kann ich mir das gut vorstellen.

Bei uns in der Stuttgarter Gegend werden fast nur noch KSS Häuser "gebeppt" und anschließend als hochwertige Häuser verkauft.

Eine weitere Masche ist das Haus komplett bis unters Dach in Beton zu gießen und dann PU Schaum draufbeppen.

Im Mehrfamilienhausbau fragt vermutlich nachher auch keine Sau mehr, wie das Haus gebaut wurde.

Ich bin heute noch glücklich, vor 15 Jahren ein doppelwandiges Holzständerhaus gebaut zu haben.